Melanie Metzenthin, Im Lautlosen


Quelle: http://www.amazon.de

Über das Buch:
Hamburg, 1926: An der noch jungen Universität der Hansestadt gehören Richard und Paula zu den begabtesten Medizinstudenten ihres Jahrgangs. Sie beide verbindet mehr als nur die Leidenschaft für den Arztberuf – sie verlieben sich unsterblich ineinander. Als nach ihrer Heirat die Zwillinge Emilia und Georg geboren werden, ist ihr Glück komplett, auch wenn der kleine Georg gehörlos ist. Doch dann ergreifen die Nationalsozialisten die Macht und das Leben der jungen Familie ändert sich von Grund auf. Richard, der inzwischen als Psychiater in der Heil- und Pflegeanstalt Langenhorn arbeitet, kann sich mit der menschenverachtenden Gesetzgebung der Nazis nicht arrangieren, von der auch sein gehörloser Sohn betroffen ist. Um seine Patienten vor der Euthanasie zu bewahren, erstellt er fortan falsche Gutachten. Damit nimmt er ein großes Wagnis auf sich, das nicht nur sein eigenes Leben, sondern auch das seiner Familie bedroht … (Quelle: http://www.amazon.de)

Über die Autorin:
Dr. Melanie Metzenthin wurde 1969 in Hamburg geboren, wo sie auch heute noch lebt. Als Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie hat sie einen ganz besonderen Einblick in die Psyche ihrer Patienten, zu denen sowohl Traumatisierte als auch Straftäter gehören.
Bei der Entwicklung ihrer Romanfiguren greift sie gern auf ihre beruflichen Erfahrungen zurück.
Unter dem Pseudonym „Antonia Fennek“ schreibt sie Psychothriller.
(Quelle: http://www.amazon.de)

Meine Meinung:

Bei diesem Roman passt einfach alles, er überzeugt auf ganzer Linie und erobert die Herzen der Leser im Sturm.
Zuerst wirkte das Cover auf mich ein wenig kitschig und unpassend für einen Roman der in der NS-Zeit spielt, aber Melanie Metzenthin hat mich überzeugt, dass dieses Cover zu ihrem jüngsten Roman passt. Der Klappentext bietet eine sehr gute Zusammenfassung und löst bereits beim Lesen erste Gefühle aus. Der Roman steht dem Klappentext in nichts nach. Die Autorin hat ein Buch geschrieben, was berührt, nachdenklich macht, ein wenig beklemmend ist und dennoch nur so vor Liebe strahlt.
Ein absolut atmosphärisch dichter Schmöker, der einem beim Lesen immer mehr ans Herz wächst, man zittert, leidet, bangt und hofft mit den Protagonisten. Paula und Richard sind zwei ganz, ganz tolle Figuren, ihre Kinder Emilia und Georg stehen ihnen in nichts nach. Aber auch alle anderen Figuren erobern die Herzen der Leser im Sturm, weil sie echt authentisch und lebhaft sind. Sie sind nicht fehlerlos, sie sind menschlich und wirken in ihrem Handeln und Reden überzeugend. Hier zieht die Psychologin alle Register und erschafft Figuren, die „echten“ Menschen in nichts nachstehen.
Der Kampf der Familie gegen die Nazis im Kleinen: im Beruf, im Freundeskreis, bei der Arbeit ist so geschildert, dass man sich diese kleinen Nadelstiche von hunderten Bürgern dieser Zeit vorstellen kann. Allen war bewusst, dass offener Protest oder offene Sabotage nur ihr eigenes Todesurteil bedeuten würde, dass sie aber im „Kleinen“ immer noch Macht haben. Ein wahrlich eindrucksvolles und authentisches Portrait.
Durch die verschiedenen Perspektiven und Handlungsorte nimmt der Roman automatisch an Fahrt auf und lässt sich wunderbar lesen. Dazu der sehr angenehme Erzählstil der Autorin. Man taucht innerhalb von wenigen Sätzen so ins Geschehen ab, dass man die Figuren am liebsten endlos lang begleiten möchte.
Der Schwerpunkt dieses Romans ist durch die Arbeit der Autorin zu erklären und dennoch muss auch dieser Teil der NS-Vergangenheit aufgearbeitet werden und dazu trägt die Autorin mit diesem Buch bei, denn es waren nicht nur die Juden die deportiert wurden, sondern auch deutsche völlig hilflose Personen. Ein absolut großartiger, authentischer und berührender Roman, der mich noch lange begleiten wird, denn viele Bilder in diesem Roman haben mich sehr bewegt, dass ich noch lange daran zurück denken werde.
Ich danke netgalley Deutschland für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars und Melanie Metzenthin für die überaus fesselnde und fantastische Unterhaltung, auch wenn es nicht immer „leichte“ Kost war.


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