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Über das Buch:
»Für Paul, in Liebe«, so lautet die Widmung, die der jüdische Silberschmied Johann Blumenthal aus Hamburg 1914 für seinen Sohn auf eine Spieldose graviert. Es ist sein Abschiedsgeschenk, denn Johann meldet sich freiwillig in den Kriegsdienst, um für seine geliebte Heimat zu kämpfen. Das kostbare Andenken seines Vaters wird für Paul und seine Kinder zu einem Symbol für Hoffnung und Zusammenhalt, während der Hass auf sein Volk wächst und sich die Schlinge um die renommierte Juwelierfamilie enger zieht. Das Erbstück wird den Blumenthals Trost schenken, sie in Gefahr bringen und eines Tages trennen. Bis es fast fünfzig Jahre später über Schicksalswege in die Hände der jungen Londonerin Lilian Morrison gerät und sich die silberne Spieldose ihrer älteren Schwester jede Nacht wie ein ungebetener Gast in ihre Träume schleicht. Doch was hat das kostbare Andenken der Familie Blumenthal mit ihr zu tun? (Quelle: http://www.amazon.de)

Über die Autorin:
Mina Baites alias Iris Klockmann ist eine Geschichtenerzählerin. Als kleines Mädchen unterhielt sie ihre Familie mit kindlichen Abenteuern und konnte es kaum erwarten, endlich selbst lesen und schreiben zu können. Mit sieben verschlang sie so viele Bücher, dass sie ihre Eltern schier zur Verzweiflung brachte. Doch erst viel später, sie hatte längst selbst Kinder, fand sie Raum und Zeit, um ihre unzähligen Ideen aufzuschreiben. Sehr zur Freude ihrer Töchter, denn so gingen die ausgedachten Gutenachtgeschichten nicht verloren. Seit gut zehn Jahren veröffentlicht die erfolgreiche Schriftstellerin zeitgenössische und historische Romane. (Quelle: http://www.amazon.de)

Meine Meinung:
Das Cover, das eine gewisse Eleganz und Schlichtheit ausstrahlt, gefällt mir sehr gut. Der Gegenstand, die silberne Spieldose, steht im Mittelpunkt und nichts lenkt von ihr ab. Der Klappentext gibt eine gute Zusammenfassung des Geschehens, er macht neugierig und verspricht eine gewisse Spannung.
Der Roman deckt einen langen Zeitraum ab, so erstreckt er sich vom ersten über den zweiten Weltkrieg, bis hin zur Nachkriegszeit und erzählt die Geschichte von drei Generationen über nationale Grenzen hinweg. Genau aus diesen Themen wird auch die Spannung des Erzählten gespeist, die Widrigkeiten, denen sich die Familie in den Zeiten der Judenverfolgung stellen muss. Das Geheimnis der Spieldose als Familienerbstück begleitet die Kinder von der einen zur nächsten Generation.
Die Figuren in dem Roman haben mir gut gefallen, es sind meiner Meinung nach keine stereotypischen Figuren, sondern Charaktere, denen die Autorin Leben einhaucht und die sowohl Ecken als auch Kanten haben, sowie mit Fehlern und Stärken ausgestattet sind. Einen Kritikpunkt habe ich leider, die Geschichte um Lilian war mir im Lesefluss zu abgehackt. Seit dem Klappentext weiß man als Leser, dass sie auftauchen muss, doch erst nach ¾ des Romans tritt sie in Erscheinung. Ich hätte mir hier eine nicht chronologische Erzählung der Ereignisse gewünscht. Rückblenden oder zwei Erzählebenen hätten, meiner Meinung nach, zu einer besseren Verzahnung der Erzählstränge beigetragen.
Erwähnen möchte ich, dass die Autorin es schafft Geschichte hautnah zu erzählen. Ich musste, das eine oder andere Mal ein paar Tränen verdrücken, weil die Geschichte mich so sehr mitgenommen hat. Gänsehaut ist hier garantiert. Die Story ist zu jeder Zeit auch für den Leser nachvollziehbar.
Orts und Zeitangaben vor den einzelnen Kapitel ermöglichen es dem Leser sich im Roman zu orientieren und geben ein Gefühl, wie viel Zeit zwischen den einzelnen Ereignissen vergangen ist. Erwähnenswert ist auch das Nachwort der Autorin, welches viele Zusammenhänge noch einmal erläutert und einen guten Einblick in den geschichtlichen Kontext gibt.
Eine lesenswerte Familiensaga, die sehr einfühlsam und authentisch geschildert wird. Von mir gibt es ein Lese- und Kaufempfehlung und legen Sie die Taschentücher nicht zu weit weg 😉
Ich bedanke mich bei Iris Klockmann und NetGalley für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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