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Über das Buch:
Ostpreußen 1920: Frederike verbringt eine glückliche und unbeschwerte Kindheit auf dem Gut ihres Stiefvaters in der Nähe von Graudenz. Bis sie eines Tages erfährt, dass ihre Zukunft mehr als ungewiss ist: Ihr Erbe ist nach dem großen Krieg verloren gegangen, sie hat weder Auskommen noch Mitgift. Während ihre Freundinnen sich in Berlin vergnügen und ihre Jugend genießen, fühlt sich Frederike ausgeschlossen. Umso mehr freut sie sich über die Aufmerksamkeit des Gutsbesitzers Ax von Stieglitz. Wäre da nur nicht das beunruhigende Gefühl, dass den deutlich älteren Mann ein dunkles Geheimnis umgibt … (Quelle: http://www.aufbau-verlag.de)


Über die Autorin:

Ulrike Renk lebt als freie Autorin in Krefeld. Bei Aufbau Taschenbuch sind ihre Romane „Die Frau des Seidenwebers“, „Die Heilerin“, „Die Seidenmagd“ sowie die Bestseller „Die Australierin“, „Die australischen Schwestern“ und „Das Versprechen der australischen Schwestern“ erschienen. Mehr Informationen zur Autorin unter http://www.ulrikerenk.de (Quelle: http://www.aufbau-verlag.de)


Meine Meinung:

„Aber manchmal muss man auf das Beste hoffen und auf das Schlimmste gefasst sein.“ (S. 176)
Ulrike Renk hat mich auch diesmal wieder restlos begeistert, mit „Das Lied der Störche“ ist ihr ein wunderbarer Auftakt zu einer neuen Saga gelungen, dem die Fans des ersten Bandes schon jetzt entgegenfiebern werden.
Das Cover ist wie auch wie die der Australien-Saga sehr schlicht und einfach gehalten. Mit dem Titelbild assoziiere ich automatisch Sehnsucht und ein feudales Anwesen, welches man im Hintergrund erahnen kann. Der Roman spielt in Ostpreußen in den zwanziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts und wird von der Autorin chronologisch erzählt. Der Roman beruht auf wahren Begebenheiten, die die Autorin akribisch recherchiert zu haben scheint, denn sie zeichnet ein wunderbares Sittengemälde des ostpreußischen Landadels.
Frederike, von allen nur Freddy genannt, ist eine wunderbare Hauptfigur, die man als Leser bereits nach wenigen Seiten ins Herz geschlossen hat. Sie ist sehr reif und klug für ihr Alter, es scheint manchmal so als wenn sie die Kindheit schon komplett abgestreift hat. Dies liegt zum einen an der Zeit und zum anderen an ihrer Rolle innerhalb der Familie, sie ist die Älteste der Geschwister und die Mutter hat nun schon zum dritten Mal geheiratet.
Die Spannung des Romans wird durch das abwechslungsreiche und gleichzeitig aufregende Leben des Guts bestimmt. Auch ist klar, dass es ein Geheimnis, ein Unheil geben wird, allerdings wird dies erst auf den letzten Seiten offenbar, sodass die Autorin hier gekonnt einen Cliffhanger eingebaut hat, der beim Leser sofort die Sehnsucht nach dem zweiten Teil weckt.
Die Handlung des Romans ist nachvollziehbar und sehr unterhaltsam, man spielt gerne mit den Kindern der Familie oder schaut den Bediensteten bei ihrer Arbeit über die Schulter. Der Schreibstil der Autorin ist wie gewohnt flüssig und leicht zu lesen, teilweise ist eine gute Portion Humor und Witz mit von der Partie, sodass einem beim Lesen schon mal ein Lächeln über die Lippen huscht. Erwähnenswert ist, dass die Bediensteten des Gutes den dortigen Dialekt sprechen, was ihnen eine sehr authentische Aura verleiht.
Der Roman besticht vor allen Dingen durch seine sehr liebevollen Figuren und seine glaubwürdige Darstellung vom Leben auf dem Gut in Ostpreußen. Mein persönliches Fazit fällt sehr positiv aus, ein großartiger Roman, der traurig und schön zugleich ist, mit wunderbaren Figuren die zu Herzen gehen und einem einmaligen Setting.
Für alle Fans historischer Romane und Familiensagas, sicherlich auch hier sind Frauen die bevorzugt angesprochene Zielgruppe. Dennoch bietet der Roman auch Männern einen sehr guten Einblick in die Zeit, von daher kann ich nur eine vollkommene Leseempfehlung aussprechen. Ich wünsche mir, dass „Das Lied der Störche“ möglichst viele Leser und Leserinnen findet, denn dieser Roman hat es wirklich verdient. Vielen Dank an Ulrike Renk, die diese Geschichte einem großen Publikum zugänglich gemacht hat.

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