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Über das Buch:
Im Jahr 1825 machen sich ägyptische Jäger auf, im Auftrag des Vizekönigs Muhammad Ali Pascha zwei Giraffenkinder einzufangen. Diese sollen als Geschenk an den französischen und englischen Königshof verschickt werden. Zwei junge Sklavinnen, die Schwestern Najah und Zahina, begleiten die Tiere auf ihrer abenteuerlichen Reise. Doch in dem fernen Europa verläuft ihr Schicksal ganz anders als erhofft, und ihre zarten Träume vom Glück scheinen sich keineswegs zu erfüllen … (Quelle: http://www.luebbe.de)

Über die Autorin:

Judith Knigge ist der bürgerliche Name von Linda Belago. Während sie mit ihren Lesern als Linda Belago ins exotische Surinam reist, legt sie als Judith Knigge einen historischen Schmöker mit besonderem Flair vor: eine Geschichte mit einem wahren Kern, die von der Reise zweier Giraffen aus Afrika quer durch Europa erzählt und vor allem das Schicksal der Menschen beleuchtet, welche die Tiere begleiten. (Quelle: http://www.luebbe.de)

Meine Meinung:

„Die Sonne von Sannar“ ist meiner Meinung nach ein ganz besonders Buch, es hat einen wahren historischen Kern und erzählt eine ganz außergewöhnliche Geschichte, die Geschichte zweier Giraffen die ihren Weg als Geschenk nach Europa antreten.
Das Cover stimmt uns schon mal auf Afrika ein und spiegelt meiner Meinung nach sehr gut wieder, um was es eigentlich geht.
Die Giraffen sind der Dreh und Angelpunkt dieser Story, die Menschen werden teilweise zu Nebenfiguren, denn es geht immer nur um die Giraffen. Dies soll nicht negativ gemeint sein, aber ich denke wir alle können uns vorstellen, dass eine Giraffe nicht so einfach zu transportieren ist und erst recht nicht vor Beginn des 19. Jahrhunderts.
Die Menschen, die die Giraffen begleiten werden somit zu einer verschworenen Gemeinschaft, die alles tut um ihren Schützlingen optimale Bedingungen zu liefern. Aber auch das Zwischenmenschliche bleibt nicht aus. Eine zarte und tiefe Liebe bahnt sich an, die nicht sein darf und kann. Im Laufe des Romans geht es auch zunehmender um die Menschen, dennoch bleiben die Giraffen ein wichtiger Bestandteil.
Alles läuft auf das eine Ziel hin, die Giraffen gut nach Paris bzw. London zu bringen, wobei der Transport nach Paris im Vordergrund steht. Doch mit der bloßen Ankunft belässt es die Autorin nicht, die Giraffen sollen sich natürlich einleben und die Menschen, die sie bisher begleitet haben, rücken nun sukzessive in den Vordergrund.
Der Schreibstil der Autorin ist angenehm zu lesen, wobei hier erzählende Passagen deutlich überwiegen. Die Autorin zeichnet zu jeder Sekunde des Romans ein sehr genaues Bild der Umgebung ihrer Protagonisten. Wer auf spritzige Dialoge aus ist, wird enttäuscht werden. Dennoch fand ich es immer interessant und war neugierig, wie es denn nun weitergehen möge.
Das Buch kann ich allen Lesern ans Herz legen, die mal gerne einen historischen Roman vor afrikanischer Kulisse lesen mögen und bisher immer einen Bogen um die Love-&-Landscape-Romane gemacht haben. Denn diesen Roman können auch durchaus Männer lesen, denn wie gesagt, der Hauptteil der Handlung nimmt nicht die Liebesgeschichte ein.
Fazit: Ein gelungener historischer Roman vor exotischer Kulisse, für die Leser und Leserinnen, die mal etwas abseits des Mainstreams lesen wollen.

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