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Über das Buch:
Ein Herrenhaus. Eine mächtige Familie. Ein dunkles Geheimnis …
Augsburg, 1913. Die junge Marie tritt eine Anstellung als Küchenmagd in der imposanten Tuchvilla an, dem Wohnsitz der Industriellenfamilie Melzer. Während das Mädchen aus dem Waisenhaus seinen Platz unter den Dienstboten sucht, sehnt die Herrschaft die winterliche Ballsaison herbei, in der Katharina, die hübsche, jüngste Tochter der Melzers, in die Gesellschaft eingeführt wird. Nur Paul, der Erbe der Familie, hält sich dem Trubel fern und zieht sein Münchner Studentenleben vor – bis er Marie begegnet … (Quelle: http://www.randomhouse.de)

Über die Autorin:
Anne Jacobs veröffentlichte unter anderem Namen bereits erfolgreich historische Romane und exotische Sagas. Mit Die Tuchvilla erfüllt sie sich einen lange gehegten Wunsch und gestaltet ein Familienschicksal vor dem spannenden Hintergrund der jüngeren deutschen Geschichte. (Quelle: http://www.randomhouse.de)

Meine Meinung:
Mir hat die Tuchvilla sehr gut gefallen, eine spannende Familiensaga im Stile von Downton Abbey, obwohl natürlich das Original unerreicht bleibt. Die Schicksale der Dienerschaft sind mit denen der Herrschaften verwoben und beide können nicht ohne einander ihr Leben bestreiten.
Marie ist eine sehr sympathische Figur, die ich direkt ins Herz geschlossen hatte. Sie sagt was sie denkt und hat nicht übermäßigen Respekt vor der Familie Melzer. Katharina soll im Laufe der Geschichte zu ihrer besten Freundin werden und zu einem Menschen, der einen gewissen Einfluss auf sie besitzt.
Aber auch die Tragik kommt in diesem Roman nicht zu kurz. Ein Unfall in der Fabrik erschüttert alle, und lässt nicht wenige Menschen nachdenklich zurück. Es ist ein in sich stimmiger Roman, der nicht ruhig und besonnen daher kommt. Wer Action sucht wird hier nicht fündig werden. Die Spannung hält sich mitunter in Grenzen, dennoch wenn man einmal dem Sog erlegen ist, wird man das Buch kaum noch aus der Hand legen wollen.
Der Schreibstil der Autorin ist angenehm zu lesen und flüssig. Dialoge und erzählende Passagen halten sich die Waage. Die Protagonisten sind zum Teil recht lebensecht gezeichnet, wobei ich mir noch mehr Charakterzüge von einigen gewünscht hätte, so ist teilweise eine gewisse Eindimensionaligkeit nicht abzustreiten.
Von mir gibt es deshalb eine klare Leseempfehlung an alle die gerne Familiensagas lesen und mit kleinen Schönheitsfehlern leben können. Ich werde die Fortsetzung dieses Romans ganz sicher lesen.

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