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Über das Buch:
Wenn ich nicht mehr ich selbst bin, musst du gehen

Carla heiratet den charismatischen Willem. Da er älter ist als sie, geben sie sich ein Liebesversprechen: Nie soll Carlas Liebe in Pflichterfüllung erstarren. Nach fünfzehn guten Jahren erkrankt Willem an Alzheimer. Doch Carla denkt nicht daran, ihr Versprechen einzuhalten, sie liebt ihren Mann. Kraft schöpft sie aus ihrem Beruf. Die Ausstellung über eine Hamburger Künstlergruppe, die sie gerade organisiert, beflügelt sie. Erst als ein unerwartet auftauchendes Gemälde aus der Nazizeit die Grundfesten ihrer Ehe erschüttert, beginnt sie zu zweifeln. Denn da ist auch noch sein Besitzer, der Carla gegen ihren Willen fasziniert. Jasper ist ganz dem Leben zugewandt, ein Landschaftsgärtner, der Bäume liebt und in Carla längst vergessene Sehnsüchte weckt. Sie steht vor der Wahl: Bleibt sie bei Willem, oder beginnt sie mit Jasper ein neues Leben? (Quelle: http://www.ullsteinbuchverlage.de)

Über die Autorin:
Katrin Burseg, geboren 1971 in Hamburg, studierte Kunstgeschichte und Literatur in Kiel und Rom, bevor sie als Journalistin arbeitete. Sie hat mehrere historische Romane veröffentlicht, darunter „Der Sternengarten“. Die Autorin mag Spaziergänge am Wasser, hört gerne klassische Musik und liebt die überraschenden Abenteuer beim Schreiben. Hamburg ist ihr Sehnsuchtsort, sie lebt mit ihrer Familie im Herzen der Stadt. (Quelle: http://www.ullsteinbuchverlage.de)

Meine Meinung:
Mich hat der neue Roman von Katrin Burseg sehr positiv überrascht. Vor Jahren habe ich „Die Rebellin des Papstes“ gelesen, ein historischer Roman über das Leben der Christina von Schweden. Dieser hatte mir schon gut gefallen, aber der neue Roman der Autorin gefällt mir noch besser, denn es war für mich ein wahres Leseerlebnis.
Das Thema Alzheimer und Kunst in einem Roman? Das geht? Ja, und zwar bei Katrin Burseg ganz hervorragend. Beide Themen bekommen ihren Raum in diesem Buch und werden aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet, sodass der mündige Leser sich sein eigenes Urteil bilden kann.
In diesem Roman geht es aber auch um Liebe und Verantwortung, um Freundschaft, Vertrauen und ein gut gehütetes Geheimnis. Wer einen leichten Roman erwartet, der zwar nett zu lesen ist, aber in keinster Weise spannend, der wird von Katrin Burseg eines Besseren belehrt. Denn Carlas Suche nach der Künstlerin und ihrer Vergangenheit ist so spannend geschrieben, dass dieser Teil des Romans es durchaus mit einem Krimi aufnehmen kann.
Besonders hervorheben möchte ich noch zwei Dinge, zum einen: das Hamburger Flair. Man merkt jeder Zeile, die die Autorin über Hamburg geschrieben hat, dass sie diese Stadt liebt und sie zwischen den Seiten zum Leben erwecken möchte.
Zum anderen: Gibt es absolut liebenswerte Nebenfiguren, die für den Ausgang des Romans absolut irrelevant sind, aber den Roman zu dem machen was er auch ist, nämlich eine Homage an die Menschen die uns den Alltag versüßen. Hiermit ist vor allen Dingen der Blumenverkäufer gemeint, der Carla mit seinen Blumen immer ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann, auch wenn es ihr mal nicht so gut geht. Sein Dackel „Brigitte“ ist nach der großen Brigitte Bardot benannt und sein treuster Begleiter.
Dieser Roman hat es verdient ganz viele Leser zu bekommen, denn solche Perlen sind in der Literaturwelt doch leider all zu rar geworden.

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