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Über das Buch:
London 1560: Als Spionin der Krone fällt Eleanor of Waringham im Konflikt zwischen der protestantischen Königin Elizabeth I. und der katholischen Schottin Mary Stewart eine gefährliche Aufgabe zu. Ihre Nähe zur Königin schafft Neider, und als Eleanor sich in den geheimnisvollen König der Diebe verliebt, macht sie sich angreifbar. Unterdessen schleicht sich ihr fünfzehnjähriger Bruder Isaac in Plymouth als blinder Passagier auf ein Schiff. Nach seiner Entdeckung wird er als Sklave an spanische Pflanzer auf der Insel Teneriffa verkauft. Erst nach zwei Jahren kommt Isaac wieder frei – unter der Bedingung, dass er in den Dienst des Freibeuters John Hawkins tritt. Zu spät merkt Isaac, dass Hawkins sich als Sklavenhändler betätigt – und dass sein Weg noch lange nicht zurück nach England führt … (Quelle: http://www.luebbe.de)

Über die Autorin:
Rebecca Gablé, Jahrgang 1964, in einer Kleinstadt am Niederrhein geboren, studierte nach mehrjähriger Berufstätigkeit Anglistik und Germanistik mit Schwerpunkt Mediävistik in Düsseldorf. Sie wirkte an einem Projekt zur Erforschung anglonormannischer Manuskripte mit. Diese Forschungsergebnisse flossen in ihre weitere literarische Arbeit mit ein. Heute arbeitet sie als freie Autorin und Literaturübersetzerin. Ihr erster Roman „Jagdfieber“ wurde 1996 für den Glauser-Krimipreis nominiert. Wenn sie nicht gerade an einem Roman schreibt, reist sie gern und viel, vor allem in die USA und nach England, oft auch zu Recherchezwecken. Außerdem gehört sie dem Autorenkreis historischer Romane „Quo Vadis“ an. Neben der Literatur gilt ihr Interesse der (mittelalterlichen) Geschichte, dem Theater und vor allem der Musik, in fast jeder Erscheinungsform. Rebecca Gablé spielt Klavier, Gitarre, Cello und singt seit vielen Jahren in einer Rockband. Mit ihrem Mann lebt sie unweit von Mönchengladbach auf dem Land. (Quelle: http://www.luebbe.de)

Meine Meinung:
Waringham bleibt Waringham, es ist eine eigene Welt die Rebecca Gablé erschaffen hat und zu der ich immer gerne heimkehre. Diese Bücher haben für mich ihren ganz eigenen Zauber.
Vieles ist in diesem Band anders, als in den vergangen vier Waringham-Büchern, denn z.B. gibt es zwei Erzählstränge, die uns Leser durch die gut 950 Seiten des dicken Schmökers begleiten und dennoch ist es am Ende viel zu schnell vorbei.
Die Geschwister Eleanor und Isaac könnten kaum unterschiedlicher sein, dennoch haben sie auf den zweiten Blick vieles was sie verbindet. Eleanor ist das Auge der Königin. Es geht um Elizabeth I, um die glorreiche und jungfräuliche Königin Englands, die Frau die ihrer Epoche den Namen gab. Wundervoll und äußerst raffiniert schafft es Rebecca Gable die historischen Fakten der Regentschaft Elizabeths mit derer von Waringham zu verweben.
Isaac hat zunächst nicht so viel mit der Königin zu tun wie seine Schwester, er schmuggelt sich als blinder Passagier auf ein Schiff und muss viel Lehrgeld zahlen, bevor er nach England zurückkehren darf. Doch dann kreuzt auch sein Lebensweg den der Königin.
Dieser Roman ist eine Hommage an den historischen Roman, aber er ist auch ein Piratenabenteuer und die Liebe kommt natürlich auch nicht zu kurz. Politik und gesellschaftliche Zwänge, Verhandlungsgeschick und Spionage, für fast alle Leser ist etwas dabei.
Wer schon mal ein Buch von Rebecca Gablé gelesen hat, weiß sicherlich wovon ich spreche, wenn ich sage, dieses Buch hat eine Sogwirkung wie ich sie nur bei Frau Gablé erleben darf. Der eine oder andere Cliffhanger ist natürlich auch wieder dabei und langweilig wird es eigentlich nie.
Besonders herausheben möchte ich noch die Zeichnung der Nebenfiguren, sie sind es, die für mich diesen Roman zu einem Meisterwerk machen. Man ist es gewohnt, dass die Protagonisten von der Autorin mit Sorgfalt aufgebaut und eingeführt werden, diesmal ist dies natürlich auch so. Aber ans Herz gewachsen sind mir die Nebenfiguren wie Samuel, Marian oder auch Lappidot, ihre Geschichte ist nicht minder spannend, als die von Isaac und Eleanor. Ebenso schön ist das Wiedersehn mit „alten Bekannten“ die nochmal in diesem Roman einen kleinen „Auftritt“ bekommen. Danke, Rebecca Gablé für diesen wundervollen Roman!

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