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Über das Buch:
London 1529: Nach dem Tod seines Vaters erbt der vierzehnjährige Nick of Waringham eine heruntergewirtschaftete Baronie – und den unversöhnlichen Groll des Königs Henry VIII. Dieser will sich von der katholischen Kirche lossagen, um sich von der Königin scheiden zu lassen. Bald sind die „Papisten“, unter ihnen auch Henrys Tochter Mary, ihres Lebens nicht mehr sicher. Doch in den Wirren der Reformation setzen die Engländer ihre Hoffnungen auf Mary, und Nick schmiedet einen waghalsigen Plan, um die Prinzessin vor ihrem größten Feind zu beschützen: ihrem eigenen Vater. (Quelle: http://www.luebbe.de)

Über die Autorin:
Rebecca Gablé, Jahrgang 1964, in einer Kleinstadt am Niederrhein geboren, studierte nach mehrjähriger Berufstätigkeit Anglistik und Germanistik mit Schwerpunkt Mediävistik in Düsseldorf. Sie wirkte an einem Projekt zur Erforschung anglonormannischer Manuskripte mit. Diese Forschungsergebnisse flossen in ihre weitere literarische Arbeit mit ein. Heute arbeitet sie als freie Autorin und Literaturübersetzerin. Ihr erster Roman „Jagdfieber“ wurde 1996 für den Glauser-Krimipreis nominiert. Wenn sie nicht gerade an einem Roman schreibt, reist sie gern und viel, vor allem in die USA und nach England, oft auch zu Recherchezwecken. Außerdem gehört sie dem Autorenkreis historischer Romane „Quo Vadis“ an. Neben der Literatur gilt ihr Interesse der (mittelalterlichen) Geschichte, dem Theater und vor allem der Musik, in fast jeder Erscheinungsform. Rebecca Gablé spielt Klavier, Gitarre, Cello und singt seit vielen Jahren in einer Rockband. Mit ihrem Mann lebt sie unweit von Mönchengladbach auf dem Land. (Quelle: http://www.luebbe.de)

Meine Meinung:
Teil 4 der Waringham-Saga
Hach, wie schön ist es doch wieder nach Hause zu kommen, dieses Gefühl beschleicht mich, wenn ich wieder ein Buch der Waringham-Saga lese. Alles ist so vertraut, dass es quasi wie Urlaub zwischen zwei Buchdeckeln ist.
Prägten Schlachten die drei Vorgänger, geht es in diesem Band relativ ruhig zu. Was nicht heißt, dass man nicht um geliebte Figuren bangen muss, die Gefahr besteht nicht mehr im Krieg, sondern vielmehr in der Religion und im Verrat gegen den König.
Das Thema der Loslösung Englands von der römisch-katholischen Kirche ist nun einmal eng verbunden mit Henry VIII und somit ein Kapitel englischer Geschichte, der Rebecca Gablé in diesem Band Beachtung schenkt. Die Menschen waren damals einem wahren Schlammassel ausgesetzt, denn was sie heute noch glauben durften, konnte ihnen am nächsten Tag schon als Verrat und Ketzertum ausgelegt werden. Rebecca Gablé schafft es in ihrer unnachahmlichen Weise diesen inneren Konflikt so zu thematisieren, dass er auch noch Jahrhunderte später präsent und greifbar ist.
Auch diesem Buch merkt man die knapp 1000 Seiten überhaupt nicht an, es ist mit Sicherheit anders als seine Vorgänger, aber nicht minder spannend.
Mir persönlich hat dieses Buch nicht ganz so gut gefallen wie die drei ersten Bände, was vor allen Dingen an der Hauptfigur Nick liegt. Ich konnte mich einfach nicht mit ihm identifizieren, er bleibt mir immer ein klein wenig ein Rätsel. Auch sein Handeln gegenüber seiner ersten Frau kann ich nicht nachvollziehen und auch nicht gutheißen. An Robin oder Julian of Waringham, seine Vorfahren, kommt er vom Charakter her leider nicht heran.
Im September dürfen wir uns nun schon auf den fünften und hoffentlich nicht letzten Waringham Band freuen. „Der Palast der Meere“ bietet uns bestimmt wieder spannende Unterhaltung und lebendige englische Geschichte.

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