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Über das Buch:

Paulina von Gralitz stammt aus adeligem, aber verarmtem Hause. Ihre große Liebe, Christian von Bahro, darf sie daher nicht heiraten, seine Familie ist gegen die Verbindung. Ihr bleibt keine andere Wahl, als eine Zweckheirat einzugehen: Pierre von Ostry ist der Sohn eines erfolgreichen Crefelder Seidenfabrikanten, das Unternehmertum liegt ihm jedoch nicht im Blut. Und so muss Paulina nach dem Tod des Schwiegervaters die Leitung der Seidenmanufaktur übernehmen. Während um sie herum Napoleons Armeen Europa erobern, kämpft Paulina um die Zukunft des Hauses. Doch in den Kriegswirren begegnet sie dem Mann wieder, den sie nie hat vergessen können…
(Quelle: http://www.rowohlt.de)

Über die Autorin:
Martina Rauen wurde 1961 in Essen geboren. Sie studierte Germanistik und Geschichte. Heute lebt sie mit Mann und drei Kindern in Moers am Niederrhein. «Die Seidenbaronin» ist ihr erster Roman.

Meine Meinung:

Dieser Klappentext ist meiner Meinung nach nicht wirklich gut, denn worüber die ersten 200 Seiten handeln, wird mit keinem Wort erwähnt. Nach der Hälfte des Romans hatte der Klappentext sich immer noch nicht erfüllt, dies lässt den Leser wahrlich rätseln, worauf die Geschichte nun rauslaufen soll.

Durch diesen irreführenden Klappentext bin ich mit vollkommen falschen Voraussetzungen an den Roman herangegangen. Ich hatte erwartet, dass der geschäftliche Teil und der der Seidenmanufaktur eine tragende Rolle einnehmen würde. Zwar arbeitet Paulina nach dem Tod ihres Schwiegervaters und Schwagers als Seidenfabrikantin, aber der geschäftliche „Alltag“ kommt hier zu kurz. Man bekommt nur eine ungefähre Ahnung vom Leben der Kaufleute dieser Zeit, aber wahrlich keinen tiefen Einblick. Vielmehr geht es in diesem Roman um die politischen und gesellschaftlichen Verwicklungen dieser Zeit, die Macht Napoleons und die Beziehungen zu Preußen. Dennoch werden wichtige historische Ereignisse nicht angesprochen oder erwähnt, nur wenn sie in den Kontext zu Paulinas Leben passen, werden sie erwähnt.

Bemängeln möchte ich auch die plötzlichen Zeitsprünge, besonders zum Ende des Romans. Fast 27 Jahre begleitet der Leser Paulina, doch am Ende hat man das Gefühl in einem Zeitraffer gelandet zu sein. Dem Roman hätte an dieser Stelle ein wenig mehr Tiefe und Länge gut getan.

Mir hat der Roman so „lala“ gefallen, ich fand Paulinas Geschichte interessant und auch gut geschrieben, hätte mir aber eine andere Schwerpunktsetzung gewünscht. Einige der Figuren waren mir auch nicht ausgereift genug und blieben bis zum Schluss ein wenig blass. Auch das es weder eine Karte, ein Personenregister noch eine historische Bemerkung gab hat nicht gerade dazu beigetragen, dass die Fragen der Leser geklärt werden konnten.

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