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Über das Buch:
London 2011. Die junge Läuferin Jennifer will an den Olympischen Spielen teilnehmen. Jetzt aber drohen Panikattacken ihren Traum zu gefährden. Mit ihrem Trainer, dem Iren Gregory, der sie heimlich liebt, reist Jennifer nach Mandeville, auf den Landsitz ihrer Familie. Sie hofft, sich bei ihrer fast hundertjährigen Urgroßmutter Alberta Rat holen zu können. Auch diese hat einmal an einer Olympiade teilgenommen, damals in Berlin, im Jahr 1936. Auf den Spuren ihrer Familiengeschichte wird Jennifer lernen, worum es im Leben wirklich geht. (Quelle: http://www.droemer-knaur.de)

Über die Autorin:
Charlotte Roth, Jahrgang 1965, ist Berlinerin, Literaturwissenschaftlerin und seit zehn Jahren freiberuflich als Autorin tätig. Mit diesem Roman, der auf einem Stück ihrer eigenen Familiengeschichte basiert, hat sie sich einen langgehegten Traum erfüllt. Charlotte Roth hat Globetrotter-Blut und zieht mit Mann und Kindern durch Europa, hält an ihrem Koffer in Berlin aber unverbrüchlich fest. (Quelle: http://www.droemer-knaur.de)

Meine Meinung:

Auch mit ihrem neuen Roman wird Charlotte Roth mit Sicherheit wieder die Leserherzen im Sturm erobern. Wer „Als wir unsterblich waren“ (erschienen Mai 2014, ebenfalls Knaur TB) gerne gelesen hat, wird von diesem Buch restlos begeistert sein. Denn dieses Buch ist noch viel mehr, als es das erste war: tiefgründiger, berührender, authentischer und atemberaubender.
Wie das erste Buch der Autorin, spielt auch dieses wieder auf zwei Zeitebenen. Wir tauchen ein in die Geschichte der Ur-Großmutter und Enkelin, deren Leben sich so ähnlich und doch verschieden ist. Beide haben eine große Liebe, den Sport: Alberta darf die Olympischen Spielen in Los Angeles und Berlin erleben, die Enkelin Jennifer will unbedingt an den Spielen in London 2012 teilnehmen. Der Geist des Sports und der Olympischen Spiele ist grandios beschrieben, wer schon immer mal wissen wollte was Sportlern vor einem Wettkampf so durch den Kopf geht, der sollte sich diese Zeilen nicht entgehen lassen. Der Sport ist es, der die Menschen verbindet über Generationen hinweg.
Aber auch die Liebe kommt in diesem Buch wieder nicht zu kurz, sowohl Ur-Großmutter als auch Enkelin müssen einen langen Weg gehen bis sie erkennen, zu was Liebe wirklich in der Lage ist. Die Liebe ist das stärkste Band unter den Menschen, auch ein Krieg kann es nicht trennen. Alberta erlebt die Zeit des Nationalsozialismus und des zweiten Weltkrieges hautnah. Charlotte Roth zeigt alle Facetten der Menschlichkeit in dieser Zeit. Ein wahrlich berührendes Buch, das einem immer wieder staunen und hoffen lässt, dass einen zu Tränen rührt, aber auch das eine oder andere Lächeln abringt.
Besonders gelungen finde ich in diesem Buch die verschiedenen Protagonisten, sie sind noch ausgereifter und facettenreicher als in dem ersten Buch der Autorin. Viele machen eine Entwicklung durch, die man am Anfang nicht für möglich gehalten hätte. Besonders einige Nebenfiguren wie z.B. Jennifers Ziehvater Abe sind mir sehr ans Herz gewachsen.
Der Schreibstil dieser Autorin ist wie immer sehr flüssig und gut zu lesen, im Laufe des Romans entwickelt die Sprache eine solche Sogwirkung, dass man sich nur schwerlich von den Seiten trennen kann. Sehr schön finde ich, dass der Titel immer wieder im Roman aufgegriffen wird.
Für mich hat Charlotte Roth wieder ein Buch geschrieben, dass unter die Haut geht und einem auch noch lange, nachdem man die letzte Seite umgeblättert hat, nicht loslässt. Denn was wirklich im Leben zählt ist oft nicht das Offensichtliche, es ist gerade das was verborgen vor einem liegt und das man erst entdecken muss, um seinen wahren Wert zu begreifen.

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