Schlagwörter

,


Kurz vor Beginn des ersten Weltkrieges lebt die junge Paula mit ihrer Familie in Berlin. Sie setzt sich leidenschaftlich für die Rechte von Frauen und Arbeitern ein, an ihrer Seiten kämpfen ihre Freunde für eine gerechtere Gesellschaft.
Im November 1989 erlebt Alex das Niederreißen der Berliner Mauer und die Öffnung nach Westen. Sie lässt sich mitreißen und findet sich auf einmal in Westberlin und in der Armen eines Mannes wieder. Die Liebe schlägt ein wie ein Blitz und verändert das Leben von Alex in Minuten.

 

 


„Als wir unsterblich waren“ erzählt auf grandiose Art und Weise ein Stück Deutscher Geschichte, die eng verbunden ist mit der Geschichte von Alex und Paula. Die Geschichte des 20. Jahrhunderts hat das deutsche Volk geprägt, sie ist die Geschichte eines Volkes, das auf der Suche nach sich selbst ist. Die Geschichte hat tiefgreifende Einschnitte in das Leben der Menschen zur Folge, sodass die Wunden auch noch nach Jahren nicht gänzlich verheilt sind.
Besonders beeindruckt hat mich die überzeugende Darstellung der beiden Protagonistinnen. Beide agieren überzeugend in den jeweiligen Situationen und wachsen an ihnen. Sie machen Fehler und zeigen Stärke, sie sind authentisch, sodass man sie am liebsten bei einer Tasse Kaffee kennen lernen möchte. Auch sprachlich überzeugt die Autorin wieder auf der ganzen Linie, denn sie schafft es die Sprache einer Epoche einzufangen und dennoch ihren eigenen Stil nie ganz zu verlieren.
Die großen Themen der Menschheit spielen natürlich auch in diesem Roman eine große Rolle: Liebe, Freundschaft, Familie, Vertrauen, Schuld, Neid, Eifersucht: alles, was das Leben zu bieten hat. Das pralle normale Leben von Menschen, die das Leben genießen wollen und denen die Geschichte einen Strich durch die Lebensplanung macht. Aber es geht auch um Schwachheit und Ohnmacht, das untätige Mitansehen, dass etwas aus dem Ruder läuft und man nur dabeistehen kann.
Charlotte Roth hat einen Roman geschrieben, der mich sehr bewegt hat. Auch noch Stunden nach dem ich das Buch aus der Hand gelegt hatte, ließen mich Paula, Alex und ihre Freunde nicht los, ich saß in der U-Bahn und machte mir Gedanken wie es wohl weitergehen könnte.
Ich möchte mehr solche Bücher lesen, die nicht nur eine Geschichte erzählen, sondern unsere Geschichte, die Geschichte unseres Landes und Volkes, ein Geschichte, die bis in die Gegenwart hineinwirkt und weiterhin wirken wird. Eine Geschichte die berührt und nicht mehr los lässt. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung an alle, denn dieses Buch ist nicht irgendein Buch, es ist unser Buch!

Advertisements