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Über die Autorin:
Petra Schier, Jahrgang 1978, lebt mit ihrem Mann und einem Schäferhund in einer kleinen Gemeinde in der Eifel. Sie studierte Geschichte und Literatur und arbeitet mittlerweile als freie Lektorin und Autorin. Schon in ihren ersten beiden Romanen «Tod im Beginenhaus» und «Mord im Dirnenhaus» löste die Apothekerin Adelina mit Scharfsinn und Dickköpfigkeit Kriminalfälle im mittelalterlichen Köln. (Quelle: Verlagsseite http://www.rowohlt.de/autor/Petra_Schier.271385.html)

Über das Buch:
Anno 1636 ist ganz Deutschland vom Hexenwahn ergriffen. Schon einige Jahre zuvor traf es auch das beschauliche Rheinbach – eine Zeit, an die sich keiner gern erinnert. Und nun hat der Kurfürst den Hexencommissarius erneut in die Stadt beordert.
Hermann Löher, Kaufmann und jüngster Schöffe am Rheinbacher Gericht, hat Angst um Frau und Kinder. Sein Weib Kunigunde gehört zur «versengten Art»: Angehörige ihrer Familie wurden damals dem Feuer überantwortet. Löher glaubt nicht an Hexerei und an die Schuld derer, die vor Jahren den Flammen zum Opfer fielen. Eine gefährliche Einstellung in diesen Zeiten.
Als die Verhaftungswelle auch auf Freunde übergreift, schweigt der Schöffe nicht länger. Und schon bald beginnt für ihn und seine Frau ein Kampf gegen Mächte, die weit schlimmer sind als das, was man den Hexen vorwirft … (Quelle: Verlagsseite http://www.rowohlt.de/buch/Petra_Schier_Der_Hexenschoeffe.3082486.html)

Meine Meinung:
Eigentlich könnte man denken, dass genügend historische Romane zu diesem Thema verfasst worden sind, doch Petra Schiers neuster Roman verdient es auf dem Markt zu sein. Beschreibt sie den Hexenprozess doch aus einer ganz anderen Sicht, aus der Sicht des jungen Schöffen Hermann Löhrer. Wie sieht ein Schöffe den Prozess? Welche Rolle spielt er bei den Verhören, der Folterung oder der Urteilsfindung?

Sicherlich ist dieses Buch keine leichte Kost, immer wieder aufwühlend und beklemmend. Oft stellt man sich die Frage: „ Können Menschen wirklich so grausam sein?“ Ja, denn sonst hätte es diese Prozesse wohl nicht gegeben. Dies ist eine Seite unserer Gesellschaft, die auch heute leider noch aktuell ist. Auch das die „vermeintlichen“ Hexen, sowohl Männer als auch Frauen waren, arbeitet die Autorin deutlich heraus. Dass Menschen unter der Folter nahezu alles gestehen, was man ihnen in den Mund legt, nur damit ihre Pein ein Ende hat, ist verständlich und erschreckend zugleich. Sehr einfühlsam schildert die Autorin den inneren Kampf der Gefolterten, aber auch die Berechenbarkeit der Henkersknechte und des Hexencommissarius.

Petra Schier hat liebenswerte Figuren geschaffen, mit denen der Leser mitfiebern kann, an deren Schicksal er Anteil nimmt. Ein Buch, dass einem ein klein wenig nachdenklich zurücklässt, den Horizont erweitert und historisch mal wieder gestochen scharf ist. Nicht unbedingt alle Passagen machen Spaß zu lesen, aber am Ende hat man das Gefühl, die Seiten nicht umsonst umgeblättert zu haben. Dieses Buch gehört in die erste Riege der „Hexenprozess“-Romane!

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