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Für mich ist diese Autorin die „Neuentdeckung“ dieses noch recht frühen Jahres, sie beweist sehr eindrucksvoll, dass man auch neuen Autoren eine Chance geben sollte sich auf dem Literaturmarkt zu beweisen. Sicherlich ist dieser Roman noch nicht perfekt, aber „Kinderkrankheiten“ bei einem Debüt verzeihe ich gerne, wenn ein Roman so gut unterhält wie dieser.

2010: Lisa findet im Nachlass ihrer Mutter ein Medaillon und einen Brief, der die wahren Familienverhältnisse ans Licht bringt. Ihre Mutter ist als Kind adoptiert worden, somit ist sie mit „ihrer“ Familie gar nicht verwandt. Lisa kommt sich vor als hätte man sie entwurzelt. Aufgrund der Gravur in norwegischer Sprache reist Lisa nach Norwegen um mehr über ihre eigentliche Familie zu erfahren.

1940: Mari lebt in Norwegen ein unbeschwertes Leben auf dem Gut ihrer Familie. Sie genießt die Weite des Landes und seiner Natur auf ihren unzähligen Ausritten mit ihrer geliebten Stute. Doch dann kommen die deutschen Besatzer und das Leben in Norwegen ist nicht mehr so wie vorher. Die Deutschen nehmen ihr alles was sie wollen und bestimmen fortan das Leben der norwegischen Bevölkerung. Doch auch Mari und ihre Familie muss erkennen, dass es auch Deutsche gibt, die versuchen den Einheimischen zu helfen.

Christine Kabus verwebt beide Erzählstränge miteinander, sodass man immer mehr ein gelungenes Gesamtbild dieser Geschichte bekommt. Beide Zeitebenen ergänzen einander und schaffen es den Leser zu fesseln. Dieser Roman ist ein Familienroman, der uns die Schönheit und Einzigartigkeit Norwegens nahe bringt und dies Fernab von jedem kitschigen Klischee. Er ist ebenso ein historischer Roman, der uns die Zeit der Besatzung Norwegens während des zweiten Weltkrieges vor Augen führt. Das Schicksal, der Aufstand und die Ohnmacht der Menschen lässt einem beim Lesen nicht kalt. Für mich war es ein neues, bisher in dieser Weise nicht gekanntes Kapitel der Besatzung Norwegens durch die deutsche Wehrmacht. Der Roman ist aber auch ein Liebesroman, in dem zwei junge Frauen um die wahre Liebe gegen jeglichen Widerstand kämpfen.

Beeindruckt hat mich besonders die Liebe der Autorin zu diesem schönen Land, denn diese schimmert immer wieder zwischen den Zeilen hindurch. Ebenso die Zeichnung der Figuren, die durchaus erahnen lässt, wieviel Potential in dieser Schriftstellerin steckt. Zum Ende hin hat der Roman für meinen Geschmack zu viele Zufälle, was aber den Lesespass im Allgemeinen nicht schmälern konnte. Wer also gerne eine Familiensaga auf zwei Zeitebenen lesen möchte und dabei Norwegen entdecken möchte, ist hier genau richtig.

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