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Die deutsche Kaufmannstochter Helena Huvstedt betritt eine, ihr ganz neue Welt, als sie zu ihrem Verlobten Edward Blake nach Jamaika reist. Nicht nur die Haltung von Sklaven ist ihr fremd, auch der Voodoo-Zauber und das Plantagenleben. Dennoch glaubt sie immer noch an den Mann ihrer Träume, doch noch am Tag ihrer Hochzeit muss Helena erkennen, dass sie sich in ihrem Mann getäuscht hat. Sie versucht ihrem brutalen und skrupellosen Mann und dessen Vater zu entkommen. Bei ihrer Flucht fällt sie den Rebellen in die Hände, die ihre Chance wittern eine so schöne und angesehene Frau als ihre Geisel zu haben. Ihr Anführer Jess kümmert sich selbst um Helena und aus anfänglicher Abneigung wird Begehren, ja letztlich lernen beide die Liebe kennen. Doch um Jess und den Rebellen helfen zu können, muss Helena zurück zu ihrem Mann, eine folgenschwere Entscheidung wird das Leben aller Beteiligten verändern.
Ein Roman voller Dramatik und Leidenschaft vor historischer Kulisse.

Dieser Roman ist mehr als „nur“ eine Liebesgeschichte vor historischer und exotischer Kulisse. Martina André neustes Werk hebt sich von ihren bisherigen Büchern deutlich ab, die Autorin hat einen ganz neuen Weg eingeschlagen und überrascht somit ihre Leser aufs Neue. Allerdings möchte ich nicht verschweigen, dass der eine oder andere vielleicht auch enttäuscht sein könnte, da er mit anderen Erwartungen an den Roman herangegangen ist.

Besonders beeindruckt hat mich die Vielschichtigkeit und Wandlung der Charaktere, die mit der Geschichte reifen und somit zu echten Persönlichkeiten werden. Herauszuheben ist vor allen die Figur der Lena, die mit zunehmendem Wissen auch ihre Haltung und Einstellung ändert und somit sich auch selber eingesteht, einmal falsche Ansichten gehabt zu haben.

Die Komplexität der Geschichte, die neben der Liebesgeschichte auch zwei Familiengeschichten erzählt, sowie die Geschichte einer Rebellion, ist bis aufs kleinste Detail gut und glaubhaft angelegt. Der Leser wird im Laufe der Story immer wieder häpchenweise mit historischen Infos „gefüttert“, um den historischen Roman nicht so sehr in den Vordergrund treten zu lassen, dennoch erfährt man portionsweise sehr viel über Jamaika und den Kampf der Rebellen gegen die weißen Herren.

Mir hat der Roman sehr gut gefallen, er hebt sich meiner Meinung nach deutlich von den Love & Landscape-Romanen ab, da er wesentlich mehr historische Infos bietet und auch politische und gesellschaftliche Fragen aufgreift. Ich kann diesen Roman nur empfehlen, da es wirklich großen Spaß macht, Teil dieser Geschichte zu sein. Ich hoffe, dass Martina André ihrer neuen Richtung zumindest zusätzlich treu bleibt, denn ich würde gerne mehr solch fesselnde Storys lesen.

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