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Ein historisches Epos über eine beeindruckende Frau im 11. Jahrhundert: Uta von Ballenstedt (auch Uta von Naumburg genannt).

Bereits nach den ersten Zeilen des Buches ist man förmlich in die Geschichte hinabgetaucht, man ist fasziniert von der ansprechenden Erzählweise dieser beiden jungen Autorinnen. Man lernt die junge Uta bereits als Kind kennen und wächst sozusagen mit ihr in diesem Roman. Auf der elterlichen Burg, wo die Mutter die engste Vertraute ist und die Schwester eine Seelenverwandte, gerät Uta in eine brenzlige Lage, die Utas Vater veranlasst Uta der Burg zu verweisen. Doch ihre Mutter ist von der Unschuld der geliebten Tochter überzeugt und sorgt dafür, dass sie in ein nahgelegenes Kloster gebracht wird. Dort, fernab von der Familie, muss Uta sich auf ihr neues Leben einlassen. Doch der plötzliche Tod der Mutter und der Verdacht, der Vater habe die Mutter ermordet, lässt sie schwören, dass die Gerechtigkeit an den Tag kommen wird.

Uta hat einen unbändigen Drang nach Wissen und Bücher, so macht sie sich bald in der Schreibstube des Klosters unentbehrlich, auch Gisela von Schwaben, die spätere Kaiserin des Heiligen römischen Reiches, erkennt ihr Talent und holt sie zu sich an den Hof. Von dort aus ist der Weg für Uta nicht mehr weit, bis sie die Bauherrin für die Kathedrale zu Naumburg wird. Uta muss im Laufe ihres Lebens immer wieder schwere Schicksalsschläge hinnehmen und beweisen, dass eine Frau sehr wohl in der Gesellschaft ein Wort mitreden kann.

Beeindruck an diesem Roman hat mich zum einen die Figur der Uta von Ballenstedt selbst, eine Frau die auf ihre Stärken und Fähigkeiten vertraut und die sich den Männern nicht so einfach geschlagen gibt. Zum anderen ist da der Roman den Claudia und Nadja Beinert geschrieben haben. Sehr lebendig und farbenfroh wird hier erzählt, es wird nichts beschönigt und nichts heruntergespielt, dass Leben ist halt manchmal hart.

Das Nachwort und das Personenregister runden ein äußerst gelungenes Debüt ab. Einzig und allein hätte ich mir eine Karte mit den Ortschaften, Burgen und Klöstern zur besseren Übersicht gewünscht.
Am Ende kann ich Umberto Eco nur zustimmen, der gesagt haben soll: „Wenn ich ein weibliches Geschöpf der Kulturgeschichte treffen wollte, dann Uta von Naumburg…“ es wäre bestimmt eine äußerst spannendes und interessantes Treffen geworden.

Für alle die mal wieder einen herrlichen historischen Schmöker lesen wollen ein guter Griff.

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