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England in den Tagen kurz vor der Krönung der jungen Viktoria. Cathy, die Tochter des Feldpflegers versüßt widerwillig die Zeit der egozentrischen Isobel des Burghs, der Tochter des Herrn von Whitefell als Spielgefährtin in Kindertagen. Nun soll Isobel zur Krönung in die Gesellschaft eingeführt werden, doch dann kommt alles anders, anstatt sich ihren Traumprinzen aussuchen zu können, ist sie gezwungen den Geschäftspartner ihres Vaters zu ehelichen.

Cathy kann sich dem Einfluss Isobels nicht entziehen, sie wird genötigt ihr als Zofe zu dienen. Als dann auch noch der rechtmäßige Erbe von Whitefell stirbt, sieht sich Havisham mit seiner Verlobten am Ziel seiner Träume. Hat er etwas mit dem Tod von Isobels Bruder zu tun? Isobel interessiert dies hingegen herzlich wenig, ihr Interesse gilt einzig und allein dem neuen Stallmeister, der in ihr Gefühle weckt, von denen sie bisher noch nichts geahnt hat. Sie benutzt Cathy um ihre Eskapaden vor ihrem Verlobten und späteren Gemahl geheim zu halten.

Der junge Stallmeister Aaron hingegen hat sich nicht in seine neue Herrin verliebt, sondern in deren Zofe Cathy. Das scheue Mädchen kann er kaum aus seinen Träumen verbannen, doch seine Herrin fordert immer wieder seine Dienste, denen er sich nicht entziehen kann. Ein Spiel mit dem Feuer beginnt, als Cathy und Aaron sich ihre Liebe gestehen, denn beide sind von Isobel abhängig, ja sie hat die beiden durch ihre Intrigen förmlich in der Hand.

Ein erotischer und zugleich historischer Roman, der einen ganz eigenen Zauber auf seine Leser ausübt. Oft genug hat man schon in Romanen gelesen, dass die Ehen in diesen Zeiten selten aus Liebe geschlossen wurden, vielmehr steckt dahinter Kalkül und Macht. Die Männer besuchen, um ihre Bedürfnisse zu befriedigen, einschlägige Etablissements. Und die Frauen? Genau diese Frage hat sich wohl die Autorin gestellt und sie gibt in ihrem Roman ihre Antwort auf diese Frage.

Eva-Ruth Landys Schreibstil ist sehr flüssig und leicht zu lesen. Besonders gut herausgearbeitet finde ich die Gewissensbisse und das Verantwortungsgefühl von Cathy und Aaron. Die Figur der Isobel ist vielleicht ein klein wenig überzeichnet, aber dennoch denke ich, dass es wohl auch schon damals solch skrupellose Frauen gab, die nur auf ihr Vergnügen aus waren und kein Verantwortungs- und Pflichtgefühl hatten.

Was mich am Schluss ein klein wenig geärgert hat, war das offene Ende und der Verweis, auf den bald erscheinenden zweiten Band der Saga „Stadt der Schuld“. Dieser Cliffhanger ist einfach ganz böse und am liebsten möchte man schreien: „Das kann doch nicht wahr sein!“. So müssen wir warten, hoffen und bangen mit Cathy und Aaron…

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