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Als ich die letzte Seite des Buches umblätterte, hatte ich sowohl eine kleine Träne im Auge, als auch ein Lächeln auf den Lippen. Selten hat mich ein Roman (nach anfänglichen Startschwierigkeiten) so gefesselt und berührt.

Anfang des 19. Jhd. die Familie Hartmann wandert nach Mexiko aus. Sie wollen dort ein neues Leben beginnen, ein besseres Leben für die gesamte Familie. Doch der Familie gelingt es kaum in Mexiko heimisch zu werden, zu schwer wiegen die neuen Lebensbedingung und das Heimweh nach Hamburg. Einzig die junge Katharina taucht ein in die Vielfalt Mexikos, ihr Freund Benito zeigt ihr seine Welt. Katharina ist neugierig, sie will nicht eine Fremde sein in ihrer neuen Heimat. Benito gibt ihr all das, was sie in ihrer Familie so schmerzlich vermisst, auch wenn ihr das gar nicht so recht bewusst ist, Sicherheit und Geborgenheit.

Mehr als 30 Jahre begleitet der Leser Katharina, ihren Kampf Mexiko zu ihrer Heimat zu machen und ihr persönliches Glück zu finden. Eine Berg- und Talfahrt der Gefühle, so Facettenreich wie die Geschichte Mexikos, die die Autorin uns ganz nebenbei nahebringt.

Hervorheben möchte ich die bildgewaltige Sprache von Carmen Lobato, die den Leser förmlich gefangen nimmt und Mexiko lebendig werden lässt. Mir ist es noch nie passiert, dass ich mir so plastisch ein Land und die dort lebenden Menschen vorstellen konnte, wie hier in diesem Buch. Eine wahrlich großartige Leistung.

Kurz eingehen möchte ich auch auf die „komplizierte“ Familiensituation. Viele Leser mögen sich überfordert fühlen, wenn es mehr als 5 handelnde Personen gibt ;-), aber ich habe es genossen Teil dieser großen Familie zu sein und immer wieder neue Menschen kennen zu lernen. Denn irgendwie war es so selbstverständlich mit der Familie Hartmann Weihnachten zu feiern, oder mit Benitos Familie gemeinsam zu speisen. Ich habe mich darauf eingelassen und bin förmlich zum Teil dieser Gesellschaft geworden, die sich den „Gefahren“ des jungen Staates Mexikos stellen muss.

Diesen Roman empfehle ich allen Lesern, die sich auf eine spannende und atemberaubende Reise begeben wollen. Dies ist sicherlich kein klassischer „Love & Landscape“ Roman, denn er ist mehr: Familiensaga, historischer Roman, Liebesroman und Roman einer Frau die auf der Suche nach ihrer Herkunft ist.

Ich freue mich schon sehr auf „Das Tal der träumenden Götter“, den zweiten, in sich abgeschlossenen Roman um die Familie Hartmann und Katharina. Denn solche Literatur ist Lesegenuss pur! Vielen Dank für diese unvergesslichen Lesestunden.

Carmen Lobato ist das Pseudonym der Autorin Charlotte Lyne.

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