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Rungholt ermittelt wieder und wieder ist es ein absoluter Krimi-Genuss, der uns Leser ins mittelalterliche Lübeck entführt.

1392 schmeckt Rungholt die Fastenzeit/Passionszeit noch weniger, er muss nicht nur Fasten, nein, er jagt auch noch einen Mörder, der seinen Opfern die Herzen herausreißt. Anstelle eines Herzen werden den Leichen Steine in den Torso gelegt. Die ganze Hansestadt zittert vor dem Mörder und die Obrigkeit ist erzürnt und bittet Rungholt zu ermitteln. Auch Rungholt will diesem Mörder das Handwerk legen. Unterstützt wird er dabei wieder von seinem Kapitän Marek und der „Kräuterfrau“ Sinje. Schon bald ist klar, dass sie es nicht mit einem „normalen“ Mörder zu tun haben, nur ein Wahnsinniger kann diese Taten vollbringen.

Schließlich wird klar, dass der Mörder Sünder straft, doch wer ist der größte Sünder in der Stadt. Kann Rungholt denn wenigstens den letzten Mord verhindern? Wer ist das vermeintliche Opfer? Vielleicht sogar Rungholt selber?

Besonders toll finde ich einfach den Charakter des Rungholt. Er ist im wahrsten Sinne des Wortes ein bärbeißiger, kauziger Patrizier, dennoch trägt er das Herz am rechten Fleck. Seine Fluchtiraden sind schon fast legendär und auch seine schlagfertigen Kommentare lassen den Leser ein um das andere Mal schmunzeln. Beispiel gefällig? Rungholt kommt nach einem anstrengenden Tag nach Hause. Weder seine Magd noch sein Knecht, geschweige denn seine Frau begrüßen ihn. Tolle Begrüßung denkt er, dann hört er einen heftigen Schrei. Sofort poltert er durchs Treppenhaus, weil er Angst hat, ein Einbrecher hat seine Familie in seiner Gewalt. Vor sich hin fluchend und grummeln stürmt er ins Zimmer. Tja, Rungholt hatte in der ganzen Aufregung um die Morde schlicht und ergreifend vergessen, dass seine Tochter in den Wehen liegt, somit wird er direkt wieder von seiner Frau und der Magd aus dem Zimmer geschickt, schließlich ist Gebären Frauensache 😉

4 von 5 Sternen

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