Julia Freidanks zweiter Roman „Die Fälscherin“ erzählt die Geschichte von den gefälschten Urkunden, die zur Zeit des Bischofs und Chronisten Bischof Otto von Freising auftauchten. Bis heute ist nicht geklärt, wer diese Urkunden gefälscht hat, Julia Freidank gibt uns hier eine mögliche Antwort.

Hauptfigur ist die junge Blanka, vom Aussatz gezeichnet. Nach ihrem Aufenthalt im Lazariterspital in Jerusalem kehrt sie nach Bayern zurück und muss nach dem Tod ihres Vaters feststellen, dass die Burg der Familie nun von dem Land der Feinde umgeben ist. Ein Konflikt zwischen den Wittelsbachern und Bischof Otto entbrennt und Blanka steht zwischen den Fronten, da sie sich ausgerechnet in Ortolf, einem Wittelsbacher Gefolgsmann verlieben muss. Bischof Otto erkennt Blankas Talent, Handschriften zu fälschen und macht sich dies in dem Kampf um die Vorherrschaft der Ländereien zu Nutzen. Für welche Seite wird Blanka sich entscheiden? Für Bischof Otto, der auf die Treue ihrer Familie immer zählen konnte oder ist ihre Liebe zu Ortolf stärker?

Dieser Roman ist ein guter, solider, historischer Roman, der zum Beispiel sehr gut die Entstehung der Stadt München beschreibt. Allerdings habe ich hier das gewisse „Etwas“, den Flair und die Begeisterung für ein bestimmtes Thema vermisst. Julia Freidanks erster Roman „Die Gauklerin von Kaltenberg“ versprühte eine Begeisterung für die Carmina Burana und den Schwertkampf, wie ich es noch nicht oft in historischen Romanen gefunden habe. Ein solches Thema hätte ich mir hier auch gewünscht. Die Recherche dieses Romans ist, wie auch in der „Gauklerin von Kaltenberg“, hervorragend. Die historischen Aspekte werden in einer sehr feinen Art und Weise mit der Fantasie der Autorin verwoben, so dass man es manchmal gar nicht merkt. Das aufschlussreiche Nachwort und die Anmerkungen runden den Roman ab.

4 von 5 Sternen

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