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Mit „Das Paradies liegt in Afrika“ legt Elfie Ligensa ihren zweiten Band der großen Afrika-Saga vor. Elfie Ligensa ist die Erfinderin der Erfolgsserie „Dr. Stefan Frank“, lange arbeitete sie in einem Verlag und schreibt nun selbst Romane. Ich möchte diesen Roman unter folgenden Gesichtspunkten bewerten, denn wenn man sich das Cover anschaut, die Inhaltangabe und die Vita der Autorin durchliest, dann hat man eine ziemlich genaue Vorstellung, was einen erwartet.
Wer hier einen hoch literarischen Roman oder eine tiefgreifende Milieustudie erwartet, der wird hier sicherlich enttäuscht. Wer aber ein nettes Buch mit gutem Unterhaltungswert lesen möchte, ohne selber dabei viel zu denken, was manchmal auch sehr angenehm ist ;-), der ist hier genau richtig. Der Roman vermittelt keine hohe Literatur und ich glaube auch nicht, dass dies der Anspruch der Autorin ist. Er erzählt eine schöne Geschichte vor einer Sehnsuchtskulisse und man ist gewiss, dass man auf ein Happy-End hoffen kann. Elfie Ligensa möchte unterhalten und genau dies schafft sie hervorragend. Das Buch liest sich in einem Rutsch, man kann wunderschön abschalten und erfreut sich an dem Leben der handelnden Figuren.
Für meinen Geschmack waren es letztlich zu viele Schicksalsschläge, die die Frauen von „Hopeland“ bestehen müssen. Man bangt mit ihnen, hofft, dass das Schicksal sich doch bitte diesmal abwenden möchte. Man ist ergriffen und berührt von den Idealen und Prinzipien nach denen die Protagonisten handeln: Loyalität, Freundschaft, Aufrichtigkeit, Freiheit, Ehrlichkeit, Menschlichkeit und Liebe.
Es geht in diesem Roman nicht primär um die Landschaft und die Besiedlung Südafrikas, die exotische Kulisse eines südafrikanischen Weingutes wirkt wie eine schöne „Bühnendeko“. Ich möchte ausdrücklich betonen, dass ich dies nicht abwertend meine, aber die ganze Geschichte könnte sich so ähnlich auch in Europa oder Deutschland abgespielt haben. Zentrales Thema ist die Liebe einer deutschen, angesehenen Frau, die sich in einen „Schwarzen/Farbigen“ verliebt und allerlei Missgunst und Unverständnis ernten muss. Aber seien wir mal ehrlich, so fremd ist uns dieses Thema nicht. Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sind auch heute aktuelle Themen in unserer Gesellschaft, leider.
Ein aktuelles, brisantes Thema unserer Zeit in eine schöne Liebesgeschichte zu verpacken, ist gewagt. Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt und Elfie Ligensa hat gewonnen, denn dieses Buch unterhält und kann ein Lichtblick an einem verregneten Tag sein. Der Rest der Geschichte, die Sorge um das Weingut, die Probleme mit den Kindern, der zu frühe Tod des Ehemanns und die alltäglichen Probleme machen den Rest des Settings dieser Geschichte aus und runden das Bild eines klassischen, leicht unterhaltenden Liebesroman ab.
4 von 5 Sternen

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