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Dieser Roman beweist mal wieder sehr eindringlich, dass man nichts auf Klappentexte geben soll. 😉

Die Geschichte spielt im 17 Jhd. in London, es geht um die Menschen dieser Stadt, besonders um solche, die nicht im Fokus der Öffentlichkeit stehen: die Armen, die Straßenkinder, die Gauner und Taschendiebe, die Schankmädchen und die brotlosen Künstler. Man kann gar nicht sagen, dass es „DIE Hauptfigur“ gibt, da der Leser/die Leserin Anteil nimmt an vielen ganz unterschiedlichen Schicksalen. Zum einen ist da Geoff(rey), ein kleiner 13-jähriger Junge der uns London und sein Leben aus seiner Sicht zeigt, dies geschieht ganz ungeschminkt und authentisch. Desweitern ist da seine Schwester Jez(ebel), sie verdingt sich ihr Leben als Schankmädchen und verliebt sich in einen brotlosen Künstler. Nicht zuletzt ist da der „Eremit von St. Olave“ Master Gerrard, der die Armenklasse unterrichtet; da ist Mutter Southwood, die Wirtin des „Maiden Inn“ und nicht zu vergessen Rat Scabies, seines Zeichens Rattenfänger und Rancid Ray, Gauner und Taschendieb.

Der Roman wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt und genau dies macht die Geschichte so spannend und meiner Meinung nach auch fesselnd. Wir lernen das Seelenleben, die Gedanken der einzelnen Personen kennen und können so ihr Handeln besser nachvollziehen. Die Geschichte setzt sich wie ein großes Puzzle zusammen, jeder/jede steuert seinen/ihren Beitrag zu der Geschichte bei. Die wichtigste Erkenntnis des Lesers am Ende des Buches ist, dass es immer mehrere Wahrheiten gibt. Eine Aussage, die erst einmal pathetisch und abgehoben klingt, aber dies ist sie keineswegs, nur wer sich nach London/Southwark begibt und sich auf ein unbeschreibliches Abenteuer einlässt, wird mit dieser Erkenntnis belohnt werden.

Das große Feuer Londons, welches im Jahre 1666 ausbricht, wird nur in den letzten Seiten behandelt. Der Roman beschreibt vielmehr, wie es dazu kam, dass dieses Feuer ausbrechen konnte und um dies zu verstehen, muss man tief in die Gesellschaft eintauchen und die Menschen dieser Stadt kennen lernen. Für mich war dieser Roman eine Bereicherung und er ist es mit Sicherheit auch für ihr Bücherregal.

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