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„Die Magd des Gutsherrn“ ist ein Roman der leisen Töne, ein Roman der den Leser/die Leserin glücklich, aber auch nachdenklich zurücklässt. Der Roman ist nach „Im Herzen die Freiheit“ der zweite Roman der Autorin.

Der Roman hat zwei Handlungsstränge die abwechselnd erzählt werden, zum einen ist dort der Gutsherr Lukas Biber, auf der anderen Seite wird das Leben der Familie Wieland erzählt. Hauptfigur des Romans ist die junge Theresa. Lukas Biber rettet ihr in einer stürmischen Winternacht das Leben. Die junge Frau kann sich an nichts mehr erinnern und so bekommt sie den Namen Theresa. Als sie sich von den Strapazen erholt hat, bleibt sie auf dem Gut, um sich um die Tochter von Lukas Biber zu kümmern, deren Mutter bei ihrer Geburt starb. Da parallel das Leben der Familie Wieland erzählt wird, ist dem Leser/der Leserin sofort klar, dass es sich bei Theresa um die vermisste Tochter des Hauses handeln muss, doch dies trübt in keinster Weise das Lesevergnügen.

Man fiebert regelrecht mit und hofft, dass Theresa ihr Gedächtnis wiedererlangen möge. Wird sie den Männern entkommen, die ihr nach dem Leben trachten? Wird Lukas Biber endlich seine Starre ablegen und wieder Freude finden? Wird Theresas Bruder seine Schwester finden und sein privates Glück machen? Eine spannende Story, wunderbar erzählt.
Die Protagonisten sind lebensecht und menschlich gezeichnet. Sie wirken authentisch, haben Ecken und Kanten, gute und schlechte Seiten. So fällt Theresa ihren Gesprächspartner immer wieder ins Wort. Doch dies kommt in keinster Weise unsympathisch rüber, es zeigt viel mehr, dass niemand perfekt ist und wir alle unsere Fehler haben.

Elisabeth Büchle beschreibt sehr einfühlsam die Ängste der Menschen, die an Amnesie leiden. Nicht zu wissen, wer man ist, woher man kommt, beschäftigt die Menschen in nahezu jeder Minute. Und dennoch zeigt sie uns durch die Liebe der beiden Hauptfiguren, dass dies nicht das entscheidende Merkmal unseres Menschseins ist. Viel wichtiger ist, was wir denken, was wir tun, wie wir handeln und wie wir mit unseren Mitmenschen umgehen. Wichtig ist nicht so sehr wer wir sind, sondern wie wir sind.

Der Roman hat eine christliche Grundeinstellung. Immer wieder wird gebetet oder an die Gebote der Nächstenliebe appelliert. Doch dies stört in keinster Weise den Lesefluss, es fällt lediglich auf, da es sonst in Romanen eher selten erwähnt wird. Der geschichtliche Hintergrund dieses Romans sind die Streitigkeiten zwischen dem Habsburger-Reich und Otto von Bismarck, der im Deutschen Bruderkrieg endete.

5 von 5 Sternen

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