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Die junge Neele Selmaker will mit ihrem Ehemann und einem befreundeten Geschwisterehepaar nach Java reisen. Das Bremer Moorland hat den jungen Leuten nichts zu bieten, sie suchen in der Ferne eine Zukunft. Sie wollen in einem Internat helfen, dass von einem befreundeten Pfarrer geleitet wird. Kurz vor dem Ablegen des Schiffes verschwindet Frieder spurlos. Neele erkennt später, dass ihr Mann sein Verschwinden geplant hat. Neele wollte von Anfang an nicht nach Java, aber eine gehorsame Ehefrau muss sich den Wünschen ihres Ehemannes beugen. Zudem ist Neele schwanger, sie will eigentlich so schnell wie möglich zurück nach Deutschland, allerdings hat sie ihr gesamtes Erspartes für diese Reise ausgegeben und so bleibt ihr nichts anderes übrig, als die Reise ins ferne Holländisch-Ostindien (heutiges Indonesien).

In Batavia (Jakarta) angekommen, holt sie die Wirklichkeit ein. Ihr Traum zerplatzt wie eine Seifenblase. Das angebliche Internat gibt es nicht, was sie vorfinden, ist ein zerfallenes Waisenhaus. Die Kinder sind alle einer Epidemie zum Opfer gefallen, ihr geliebter Pfarrer hat darüber den Verstand verloren und lebt in seiner eigenen Welt. Die Freunde haben auf der Schiffsreise den Amtmann Bessemer kennen gelernt. Voller Hoffnung wenden sie sich an ihn und hoffen, dass er ihnen helfen kann. In seinem Amtssitz lernen sie auch seinen javanischen Kollegen Ameya kennen. Neele fühlt sich zu diesem Mann auf eine faszinierende Weise angezogen, er entfacht Gefühle in ihr, von der sie bisher noch nichts geahnt hatte.

Anne de Witt erzählt mit viel Leidenschaft vom schönen Java, dennoch hat das Debüt noch ein paar „Kinderkrankheiten“. So entwickelt sich Neele erst im letzten Drittel des Buches, vorher bleibt sie ein blasses, norddeutsches Mädchen. Der Einstieg ist etwas verworren, da man die handelnden Figuren nicht gleich einordnen kann. Später wird der Erzählstil immer flüssiger und es macht richtig Spaß mit Neeles Augen Java zu entdecken. Ein Personenverzeichnis, sowie eine Karte zur besseren Orientierung fehlen leider, zudem fehlen Zeitangaben. Man hat kein Gefühl, wie lange Neele an einem Ort weilt. Dies ist mit Sicherheit nicht der letzte Roman von Frau de Witt, denn eines wird deutlich, diese Autorin hat Potential (auch wenn die Kinderkrankheiten erst einmal ausgestanden werden müsse ;-)). Wer gerne historische Liebesromane mit einer Portion Exotik liest, wird hier mal wieder fündig.

4 von 5 Sternen

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