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Die junge Amely wird von ihrem Vater, einem einflussreichen Berliner Fabrikanten nach Südamerika verheiratet. Ihr zukünftiger Ehemann ist einer der reichsten Kautschukbarone des Amazonasgebietes. Für Amely bricht eine Welt zusammen, sie will lieber bei ihrer Familie und ihrem „Verlobten“ bleiben.
Die lange Reise über den Ozean bringt erste Abenteuer und Überraschungen. Besonders gut hat mir hier die authentische Schilderung der Überfahrt gefallen. Die Autorin erzählt diesen Abschnitt überaus plastisch und lebensnah. In Manaus angekommen, erwartet Amely die „Hölle“, ihr Ehemann Kilian ist brutal und gewalttätig, verbittert über den Tod seiner ersten Frau und seiner Söhne. Die Villa bietet jeden erdenklichen Luxus, den man sich nur vorstellen kann, bis hin zu goldenen Wasserhähnen. Für mich war Kilian ein regelrechtes Ekelpaket, ihm sind sein Ansehen und seine gesellschaftliche Stellung wichtiger als die Belange seiner jungen Ehefrau. Kilian sieht in Amely nur als „Vorzeigeobjekt“ in der vornehmen Gesellschaft Manaus und als Gebärerin eines Erben, eine andere Aufgabe hat Amely nicht. Sie darf sich weder zu politischen Themen, noch zu den Sklaven äußern.
Alle Angestellten ihres Mannes beäugen sie kritisch, bis auf Maria, die gute Seele des Hauses, ein schwarzes Hausmädchen. Als Amely dies alles nicht mehr aushalten kann, kommt es zu einer dramatischen Situation. Der ihr völlig fremde Indianer Aymaho bewahrt sie davor sich selbst zu verlieren. Er weckt so tiefe Gefühle in ihr, die sie bisher noch gar nicht kannte. Er birgt ein Geheimnis, das so düster ist, dass es die Welt ins Wanken bringt.
Isabel Beto hat mit „Die Bucht des grünen Mondes“ einen Roman vorgelegt, der sich deutlich von den Romanen des „Sehnsuchtgenres“ abhebt, er beleuchtet tiefgründig das Leben der Indianer im Amazonasgebiet. Dies alles ist so fein verwoben mit der Geschichte, dass die schriftstellerische Kunst der Autorin voll zur Geltung kommt. Ich persönlich habe mir am Anfang mit diesen Beschreibungen etwas schwer getan, ich fand es nicht so interessant und habe am Anfang quer gelesen, umso weiter aber die Geschichte fortschritt, umso mehr hat mich auch das Leben von Aymaho interessiert. Ich wünsche Isabel Beto noch viele weitere Leser und vielleicht gibt es irgendwann eine Fortsetzung oder ein neues Buch von ihr.

4 von 5 Sternen

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