Anne Jacobs, Das Erbe der Tuchvilla (Die Tuchvilla-Saga 3)

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Über das Buch:

Augsburg, 1920. In der Tuchvilla blickt man voller Optimismus in die Zukunft. Paul Melzer ist aus russischer Kriegsgefangenschaft zurück und übernimmt die Leitung der Tuchfabrik, um der Firma wieder zu altem Glanz zu verhelfen. Seine Schwester Elisabeth zieht mit einer neuen Liebe wieder im Herrenhaus der Familie ein. Und Pauls junge Frau Marie will sich einen lang gehegten Traum erfüllen: ihr eigenes Modeatelier. Ihre Modelle haben großen Erfolg, doch es kommt immer wieder zu Streitigkeiten mit Paul – bis Marie schließlich die Tuchvilla mit den Kindern verlässt … (Quelle: https://www.randomhouse.de)

Über die Autorin:

Anne Jacobs veröffentlichte unter anderem Namen bereits erfolgreich historische Romane und exotische Sagas. Mit Die Tuchvilla erfüllt sie sich einen lange gehegten Wunsch und gestaltet ein Familienschicksal vor dem spannenden Hintergrund der jüngeren deutschen Geschichte. (Quelle: https://www.randomhouse.de)

Meine Meinung:

Anne Jacobs legt mit „Das Erbe der Tuchvilla“ einen würdigen Abschluss ihrer Trilogie vor. Wenn man als Leser die ersten beiden Bände gelesen hat, wird man auch an diesem Teil  der Trilogie seinen Spaß haben. Das Cover hat einen sehr hohen Wiedererkennungswert zum ersten und zweiten Band, durch die Kleidung ist der Zeitraum, in der der Roman spielt sehr gut zu erahnen. Die Farbgebung des Covers ist wieder, wie auch bei den vorherigen Bänden, sehr gelungen.

Der Klappentext verrät auf der einen Seite schon sehr viel, auf der anderen Seite lässt er aber andere Erzählstränge ganz außen vor. In diesem Band geht es in der Tuchvilla wieder sehr hoch her. Diesmal geht es wieder verstärkt um die Familie in all ihren Facetten, sowie um das Leben der Angestellten in der Tuchvilla, die Fabrik tritt in den Hintergrund, was ich als sehr angenehm empfunden habe.

Im Mittelpunkt stehen wieder Paul und Marie, das Traumpaar der Tuchvilla. Doch die beiden müssen eine schwere Zeit durchmachen, sie erleben ihre erste Ehekrise. Aber auch Elisabeth und Kitty haben ihre Geschichte und vor allen Dingen die Kinder Henny, Dodo und Leo bringen mächtig Leben in die Geschichte. Alle Charaktere haben sich weiterentwickelt und sind zu eigenständigen Persönlichkeiten geworden, die beeindrucken. Als Leser kann man die verschiedenen Sichtweisen nur zu gut verstehen, dennoch wünscht man sich, dass der Familienfrieden bald wiederhergestellt wird. Doch die Schatten der Vergangenheit lassen sich nicht so einfach abschütteln. Weiterlesen

Anne Barns, Apfelkuchen am Meer

Über das Buch:
Der süße Duft des warmen Kuchens, der sich mit dem salzigen des Meeres vermischt, das ist für Merle das Aroma der Ferien ihrer Kindheit – das Aroma der Apfelrosentorte. Seit Generationen wird das geheime Rezept in Merles Familie weitergereicht. Als eine Freundin ihr erzählt, dass sie genau diese Torte in einem Café auf Juist gegessen hat, macht Merle sich spontan auf die Suche nach der Bäckerin. Unweigerlich führt ihr Weg sie zurück auf die Insel, wo noch mehr Geheimnisse verborgen liegen als nur ein Familienrezept. (Quelle: http://www.harpercollins.de)

Über die Autorin:
Anne Barns ist ein Pseudonym der Autorin Andrea Russo. Sie hat vor einigen Jahren ihren Beruf als Lehrerin aufgegeben, um sich ganz auf ihre Bücher konzentrieren zu können. Sie liebt Lesen, Kuchen und das Meer. Zum Schreiben zieht sie sich am liebsten auf eine Insel zurück, wenn möglich in die Nähe einer guten Bäckerei. (Quelle: http://www.harpercollins.de)

Meine Meinung:
Anne Barns hat ein richtiges Wohfühlbuch geschrieben, einfach ein netter Roman der zu Herzen geht und uns Träumen lässt.
Das Cover ist schlicht und in warmen Sommerfarben gestaltet und man hat eigentlich sofort Appetit auf leckeren Apfelkuchen…
Die Story des Buches könnte man in einem Satz wie folgt zusammenfassen, junge Frau auf der Suche nach Ablenkung findet die große Liebe und stolpert über ein Familiengeheimnis.
Merle ist eine tolle Protagonistin mit der ich mich sofort identifizieren konnte. Sie ist eine junge Frau die mit beiden Beinen im Leben steht, eine Frau die sagt was sie denkt, die ihren eigenen Prinzipien treu ist, loyal gegenüber ihrer Familie ist und Männern die Stirn bietet und sich nicht alles gefallen lässt.
Was mir an diesem Roman sehr gut gefallen hat, ist das Flair welches die Insel Juist verbreitet. Eines steht fest, da möchte ich auch mal gerne hin und mit dem Rad über die Insel fahren. Diese Insel scheint einen ganz besonderen Zauber zu haben, den es zu entdecken gilt. Der Teil des Romans, der sich um die Liebe der Protagonisten dreht, ist ab dem Moment klar, in dem sie sich in den begehrtesten Mann der Insel Verliebt, auch wenn sie es nicht vorgehabt hat. Hier ist die Geschichte ein klein wenig mit Klischees überlastet, was aber dem Lese-Spaß keinen Abbruch tut.
Die Ergründung des Familiengeheimnisses, was damals wirklich mit Merles Tante Undine passiert ist, fasziniert viel mehr. All die Andeutungen der Inselbewohner machen nicht nur Merle neugierig sondern auch die Leser und schon bald bekommt man eine Ahnung, dass irgendetwas an den Erzählungen der Gegenwart nicht so ganz stimmen kann. Weiterlesen

Mina Baites, Die silberne Spieldose

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Über das Buch:
»Für Paul, in Liebe«, so lautet die Widmung, die der jüdische Silberschmied Johann Blumenthal aus Hamburg 1914 für seinen Sohn auf eine Spieldose graviert. Es ist sein Abschiedsgeschenk, denn Johann meldet sich freiwillig in den Kriegsdienst, um für seine geliebte Heimat zu kämpfen. Das kostbare Andenken seines Vaters wird für Paul und seine Kinder zu einem Symbol für Hoffnung und Zusammenhalt, während der Hass auf sein Volk wächst und sich die Schlinge um die renommierte Juwelierfamilie enger zieht. Das Erbstück wird den Blumenthals Trost schenken, sie in Gefahr bringen und eines Tages trennen. Bis es fast fünfzig Jahre später über Schicksalswege in die Hände der jungen Londonerin Lilian Morrison gerät und sich die silberne Spieldose ihrer älteren Schwester jede Nacht wie ein ungebetener Gast in ihre Träume schleicht. Doch was hat das kostbare Andenken der Familie Blumenthal mit ihr zu tun? (Quelle: http://www.amazon.de)

Über die Autorin:
Mina Baites alias Iris Klockmann ist eine Geschichtenerzählerin. Als kleines Mädchen unterhielt sie ihre Familie mit kindlichen Abenteuern und konnte es kaum erwarten, endlich selbst lesen und schreiben zu können. Mit sieben verschlang sie so viele Bücher, dass sie ihre Eltern schier zur Verzweiflung brachte. Doch erst viel später, sie hatte längst selbst Kinder, fand sie Raum und Zeit, um ihre unzähligen Ideen aufzuschreiben. Sehr zur Freude ihrer Töchter, denn so gingen die ausgedachten Gutenachtgeschichten nicht verloren. Seit gut zehn Jahren veröffentlicht die erfolgreiche Schriftstellerin zeitgenössische und historische Romane. (Quelle: http://www.amazon.de)

Meine Meinung:
Das Cover, das eine gewisse Eleganz und Schlichtheit ausstrahlt, gefällt mir sehr gut. Der Gegenstand, die silberne Spieldose, steht im Mittelpunkt und nichts lenkt von ihr ab. Der Klappentext gibt eine gute Zusammenfassung des Geschehens, er macht neugierig und verspricht eine gewisse Spannung.
Der Roman deckt einen langen Zeitraum ab, so erstreckt er sich vom ersten über den zweiten Weltkrieg, bis hin zur Nachkriegszeit und erzählt die Geschichte von drei Generationen über nationale Grenzen hinweg. Genau aus diesen Themen wird auch die Spannung des Erzählten gespeist, die Widrigkeiten, denen sich die Familie in den Zeiten der Judenverfolgung stellen muss. Das Geheimnis der Spieldose als Familienerbstück begleitet die Kinder von der einen zur nächsten Generation.
Die Figuren in dem Roman haben mir gut gefallen, es sind meiner Meinung nach keine stereotypischen Figuren, sondern Charaktere, denen die Autorin Leben einhaucht und die sowohl Ecken als auch Kanten haben, sowie mit Fehlern und Stärken ausgestattet sind. Einen Kritikpunkt habe ich leider, die Geschichte um Lilian war mir im Lesefluss zu abgehackt. Seit dem Klappentext weiß man als Leser, dass sie auftauchen muss, doch erst nach ¾ des Romans tritt sie in Erscheinung. Ich hätte mir hier eine nicht chronologische Erzählung der Ereignisse gewünscht. Rückblenden oder zwei Erzählebenen hätten, meiner Meinung nach, zu einer besseren Verzahnung der Erzählstränge beigetragen. Weiterlesen

Karine Lambert, Und jetzt lass uns tanzen

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Über das Buch:

Beinahe wären sie einander nie begegnet: Marcel, der den Sternenhimmel liebt, und Marguerite, die nur dem Tag Schönheit abgewinnen kann. Er, für den nur die Freiheit zählt, und sie, die ausnahmslos allen Regeln folgt. Doch dann verlieren beide ihre langjährigen Ehepartner. An diesem Wendepunkt in ihrem Leben treffen Marguerite und Marcel aufeinander und stellen überrascht fest, dass sie über die gleichen Dinge lachen. Wagen sie es auch, noch einmal zu lieben? (Quelle: http://www.randomhouse.de)

Über die Autorin:

Karine Lambert ist Fotografin und Schriftstellerin. Nach längeren Aufenthalten in verschiedenen Ländern lebt sie heute wieder in ihrer Geburtsstadt Brüssel. Für Das Haus ohne Männer, das in Frankreich zum Bestseller avancierte, erhielt sie den Prix Saga Café für das beste belgische Debüt. Ihr zweiter Roman Und jetzt lass uns tanzen erscheint in 21 Ländern und gelangte in Deutschland sofort nach Erscheinen auf die SPIEGEL-Bestsellerliste. (Quelle: http://www.randomhouse.de)

Meine Meinung:

Das Cover ist ein wenig ungewöhnlich, Strichzeichnungen lassen eher einen Comic bzw. Cartoon vermuten, als einen Liebesroman. Der Klappentext hingegen spricht eine eindeutige Sprache und der Leser kann sehr gut einschätzen, um welches Thema es sich im Buch dreht. Zuerst scheint der Bezug vom Inhalt zum Titel etwas unklar, allerdings gibt es eine Szene im Buch, die auch diesen relativ ungewöhnlichen Titel erklärt.

Das Thema dieses Romans könnte man wie folgt zusammenfassen: Gibt es eine Liebe nach der großen Liebe in der dritten Lebenshälfte? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Roman, was durch die beiden Protagonisten Marcel, Witwer, und Marguerite, Witwe, schnell klar wird. Der gesamte Roman wird auch aus diesen beiden Perspektiven erzählt, wir bekommen Einblick in die Gefühlswelt von Marcel und Marguerite. Die relativ vielen kurzen Kapitel und die knappen, zum Teil auch witzigen Dialoge tragen dazu bei, dass der Roman sehr flott und leicht zu lesen ist. Er versprüht eine gewisse Leichtigkeit, die auch dem Humor in der Geschichte geschuldet ist. Aber es gibt auch traurige bzw. bedrückende Passagen, die sich an einen Zipfel Hoffnung klammern.

Der Schreibstil der Autorin in leicht und flüssig zu lesen, sie verwendet größtenteils Alltagssprache und verzichtet auf Fremdworte bzw. Fachausdrücke. Erzählende Passagen findet man in diesem Roman eher weniger, er lebt vor allen Dingen durch die Dialoge.

Der Roman hat aber nicht nur das Thema Liebe im Alter, sondern auch der Umgang mit dem Alter an sich, sowohl aus Sicht der Betroffenen selber, als auch aus der Perspektive der Angehörigen. Wie kann sich das Leben in der dritten Lebenshälfte noch einmal ändern? Wieviel Selbstbestimmung ist auch im Alter noch möglich? Weiterlesen

Tracy Rees, Die zwei Leben der Florence Grace

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Über das Buch:
Die Waise Florrie Buckley wächst wild und glücklich bei ihrer Großmutter in den weiten Mooren von Cornwall auf. Kurz vor dem Tod offenbart die alte Frau das Geheimnis ihrer wahren Herkunft: Florrie ist Teil der reichen Grace-Familie. Mit dem Umzug zu ihrer unbekannten Familie nach London, verändert sich ihr ganzes Leben. Fortan ist sie für alle nur noch Florence Grace. Doch in der großen Stadt bei der fremden Familie fühlt sie sich nicht willkommen. Als ihr vermeintlicher Cousin Turlington auf der Bildfläche erscheint, findet sie in ihm endlich einen Freund. Über die Jahre entwickeln sich zwischen den beiden leidenschaftliche Gefühle. Aber der charismatische Turlington hat dunkle Geheimnisse. (Quelle: http://www.ullsteinbuchverlage.de)

Über die Autorin:
Tracy Rees studierte in Cambridge und hat acht Jahre in einem Sachbuchverlag gearbeitet. Ihr Roman „Die Reise der Amy Snow“ wurde aus über tausend Einsendungen in einem Schreibwettbewerb als Gewinner ausgewählt. Sie lebt in South Wales, England. (Quelle: http://www.ullsteinbuchverlage.de)

Meine Meinung:
Das neue Buch von Tracy Rees, lässt mich etwas gespalten zurück. „Die Reise der Amy Snow“ hatte mir damals richtig gut gefallen, meiner Meinung nach kann aber „Die zwei Leben der Florence Grace“ damit nicht ganz mithalten.
Das Cover ist wieder sehr stilvoll und edel, es ist relativ klar, um was es geht. Die Kleidung der jungen Dame auf dem Cover verrät dem Leser sofort um welche Gesellschaftsschicht es sich handelt, sowie zu welcher Zeit der Roman ungefähr spielt. Der Klappentext ist mit dem kurzen Anreißer sehr gut gewählt und macht den Leser neugierig. Die Animation zum Lesen ist somit gegeben und man möchte am liebsten sofort loslegen.
Florrie ist zu Beginn des Romans dreizehn Jahre alt und steht somit an der Schwelle zum Teenager-Dasein, welches natürlich zu ihrer Zeit etwas ganz anderes beinhaltet, als dies heute der Fall wäre. Die Frage, die den Leser während des gesamten Romans begleitet ist die Beziehung zwischen Florence, genannt Florrie, und ihrem Cousin Turlington. Werden die beiden ein Paar oder nicht? Eine weitere Frage die im Raum steht ist: Wird Florence in ihrem neuen Leben zu Recht kommen? Beide Fragen beantwortet die Autorin und lässt den Leser nicht im Unklaren.
Der Aufbau der Romans ist meiner Meinung nach ein klein wenig verwirrend. Die Geschichte wird zwar chronologisch erzählt, allerdings gibt es sowohl Zeitraffungen, als auch Rückblenden sowie Zeitsprünge. Manchmal weiß man als Leser nicht genau wieviel Zeit zwischen einigen Ereignissen gelegen hat, was ich als sehr schade empfunden habe. Sonst ist der Roman aber logisch stringent aufgebaut, im Vordergrund stehen die gesellschaftliche Stellung der Familie und ihr damit verbundenes Ansehen. Weiterlesen

Rebecca Gablé – Die fremde Königin (Otto der Große – Band 2)

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Über das Buch:
Anno Domini 951: Der junge Gaidemar, ein Bastard vornehmer, aber unbekannter Herkunft und Panzerreiter in König Ottos Reiterlegion, erhält einen gefährlichen Auftrag: Er soll die italienische Königin Adelheid aus der Gefangenschaft in Garda befreien. Auf ihrer Flucht verliebt er sich in Adelheid, aber sie heiratet König Otto.
Dennoch steigt Gaidemar zum Vertrauten der Königin auf und erringt mit Otto auf dem Lechfeld den Sieg über die Ungarn. Schließlich verlobt er sich mit der Tochter eines mächtigen Slawenfürsten, und der Makel seiner Geburt scheint endgültig getilgt. Doch Adelheid und Gaidemar ahnen nicht, dass ihr gefährlichster Feind noch lange nicht besiegt ist, und als sie mit Otto zur Kaiserkrönung nach Rom aufbrechen, droht ihnen dies zum Verhängnis zu werden …
(Quelle: http://www.luebbe.de)

Über die Autorin:
Rebecca Gablé studierte Literaturwissenschaft, Sprachgeschichte und Mediävistik in Düsseldorf, wo sie anschließend als Dozentin für mittelalterliche englische Literatur tätig war.
Heute arbeitet sie als freie Autorin und lebt mit ihrem Mann am Niederrhein und auf Mallorca. Ihre historischen Romane und ihr Buch zur Geschichte des englischen Mittelalters wurden allesamt Bestseller und in viele Sprachen übersetzt. Besonders die Romane um das Schicksal der Familie Waringham genießen bei Historienfans mittlerweile Kultstatus.
(Quelle: http://www.luebbe.de)

Meine Meinung:
Das Cover ist wunderschön, auch wenn das Schwarz im ersten Moment etwas bedrohlich wirkt, passt es dennoch ganz wunderbar zum Roman, ebenso die schlichte Gestaltung gefällt mir wieder außerordentlich gut. Die Aufmachung des Buches insgesamt ist als herausragend zu bezeichnen, denn die Illustrationen sind wieder einmal wunderschön und fangen wichtige Szenen des Romans ein. Das Personenregister und das Nachwort, welches bei Frau Gablé immer sehr lesenswert ist, runden den überaus positiven Gesamteindruck ab.
Ich hatte das riesengroße Glück, diesen Roman vor allen anderen lesen zu dürfen, denn ich war eine der wenigen, die diesen Roman über die Lesejury als Manuskript bekommen haben. Und was soll ich sagen, es war sehr schwer diesen Roman über insgesamt vier Wochen lesen zu müssen, denn wie eigentlich immer bei Rebecca Gablé, möchte man immer wieder weiter lesen und das Buch nicht aus der Hand legen.
Dieser Roman dreht sich um Adelheid von Burgund, die zweite Frau Ottos I. Adelheids erster Mann ist vergiftet worden und sie wird von Berengar in einen Kerker gesperrt um sie zu brechen, damit sie seinen Sohn heiratet. Doch Adelheid gräbt sich mit ihren eigenen Händen einen Fluchtweg und kann so sich und ihre kleine Tochter Emma retten. Allein dies zeigt schon sehr eindrucksvoll mit welcher herausragenden und wunderbaren historischen Figur wir es als Leser zu tun bekommen.
Die männliche Hauptfigur ist nicht wie im Vorgängerroman Otto der Große, sondern Gaidemar, der Bastard. Er ist Panzerreiter seiner Majestät und mit dem heiklen Auftrag betraut, Adelheid in Sicherheit zu bringen. Im Laufe des Romans bekommt diese Figur immer mehr Facetten, sodass man Gaidemar sehr schnell ins Herz schließt. Er ist im Gegensatz zu sehr vielen anderen Figuren keine historische Persönlichkeit, mit ihm nimmt sich die Autorin die künstlerische Freiheit, ihrer Geschichte neuen Schwung und eine andere Perspektive geben zu können. Ich mag diese Mischung, auf der einen Seite sehr akkurate und akribische Recherche, aber auf der anderen Seite, die Freiheit der erfundenen Romanteile. Gerade in dieser Zeit ist historisch nicht alles zu 100% verbürgt und um diese Lücke zu füllen, nimmt sich die Autorin die Freiheit, bleibt aber den Fakten stets treu und gerade dies gefällt mir sehr gut. Die Protagonisten in diesem Roman sind, wie auch die Nebenfiguren, wahre Meisterwerke der Personenzeichnung. Rebecca Gablé schafft es ihren Figuren Leben einzuhauchen, wie kaum eine andere Autorin. Es ist einfach unbeschreiblich, wie sie ihre Figuren zum Leben erweckt und ihnen sehr viele Facetten und menschliche Züge zugesteht. Weiterlesen

Andrea Schacht, Das Gold der Raben – Myntha, die Fährmannstochter (3)

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Über das Buch:
Als sei der Fund eines toten Säuglings nicht schrecklich genug, erkennt Myntha rasch, dass diese Angelegenheit noch nicht beendet ist. Denn ihr Vater, der Fährmann Reemt, scheint mehr darüber zu wissen, doch er schweigt beharrlich. Währenddessen steht die Hochzeit ihres Bruders mit ihrer besten Freundin kurz bevor, und auch ihre eigene Verlobung nähert sich. Da werden schwere Anschuldigungen gegen ihren Vater erhoben, und für Myntha rückt alles andere in den Hintergrund. Sie muss zuerst ihrem Vater beistehen – und beginnt, Fragen zu stellen … (Quelle: http://www.randomhouse.de)

Über die Autorin:
Andrea Schacht versteht es meisterhaft, der Vergangenheit neues Leben einzuhauchen. In ihren Kriminalromanen um die scharfzüngige Begine Almut führt sie ihre Leser mit erfrischender Lebendigkeit und Witz durch das bunte, pralle Leben des mittelalterlichen Köln. Unkonventionelle, starke Frauenfiguren stehen auch im Mittelpunkt ihrer fesselnden Zeitreise-Saga über Liebe, Leidenschaft, Hass, Verrat – und drei ganz besondere Ringe. (Quelle: http://www.randomhouse.de)

Meine Meinung:
Für mich persönlich sind die Romane von Andrea Schacht ein wenig „wie nach Hause kommen“. Ich liebe die historische alte Stadt Köln und kenne mich dort auch recht gut aus. So ist es immer wieder ein Spaß die Figuren durch diese Stadt zu begleiten, gerade wenn man an einigen markanten Orten schon gewesen ist.
Das Cover fügt sich sehr gut in die Reihe ein, ein Wiedererkennungswert ist somit für die Fans der Reihe garantiert. Auch der Klappentext gibt einen guten Überblick bzgl. des Geschehens und macht neugierig. Die zentrale Frage, die in diesem Roman beantwortet werden muss, ist die Frage nach der Herkunft des toten Kindes in dem Weinfass.
Die Figuren sind größtenteils „alte Bekannte“, die wir aus den vorherigen Romanen kennen, so macht auch für eingefleischte Fans die große Anzahl an handelnden Figuren nichts aus. Aber auch Neulinge sollten keine Schwierigkeiten haben, da immer wieder Rückbezüge gegeben werden, sodass man auch als nicht Fan der Handlung folgen kann. Hilfreich ist zudem ein ausführliches Personenregister, welches man sehr gut zum Nachschlagen nutzen kann
Interessant finde ich wie so oft, die Entwicklung der einzelnen Figuren. Gerade Myntha und Frederic nehme ich immer genau unter die Lupe, da sie für mich ein wunderbares Gegensatzpaar sind. Der Rabenmeister und die Unholdin haben viele Gemeinsamkeiten, aber sie ergänzen sich auch ganz hervorragend. Ich hege die Hoffnung, dass Cederic, der Freund des Rabenmeisters es schafft, dass Eis zwischen den Beiden zum Schmelzen zu bringen und sie doch noch ein Paar werden 😉
Der Roman ist leider nicht sehr spannend, vielmehr plätschert der Fall so vor sich hin. Mich hat dies weniger gestört, da es mir mehr um das Flair und um die Figuren geht und weniger um den Kriminalfall. Ich muss aber eingestehen, dass dieses Band vom Kriminalfall nicht der Beste in dieser Reihe ist. Der Schreibstil der Autorin ist leicht und locker, gerade die Dialoge im kölschen Platt geben dem Roman noch einmal eine ganz eigene Note. Zudem ist der Autorin eine gute Balance zwischen Dialogen und erzählenden Teilen gelungen. Erwähnenswert finde ich auch immer den Witz und die Ironie in diesem Roman, es macht einfach Spaß.
Ich kann diesen Roman nur allen Fans der wunderbaren Stadt Köln ans Herz legen, sicherlich ist er nicht unbedingt sehr anspruchsvoll, aber gute Unterhaltung garantiert Andrea Schacht auf jeden Fall.
Für mich war es wieder ein sehr schöner Ausflug und nach jedem Buch, lasse ich die Figuren wieder ein Stück mehr ungern gehen.
Ich bedanke mich beim blanvalet Verlag und der Verlagsgruppe Random House für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Corina Bomann, Sturmherz

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Über das Buch:

Alexa Petri hat schon seit vielen Jahren ein schwieriges Verhältnis zu ihrer Mutter Cornelia. Doch nun liegt Cornelia im Koma, und Alexa muss ihre Vormundschaft übernehmen. Sie findet einen Brief, der Cornelia in einem ganz neuen Licht erscheinen lässt: als leidenschaftliche junge Frau im Hamburg der frühen sechziger Jahre. Und als Opfer der schweren Sturmflutkatastrophe. Alexa beginnt zu ahnen, wer ihre Mutter wirklich ist. Als ein alter Freund von Cornelia auftaucht, ergreift Alexa die Chance, sich von der Frau erzählen zu lassen, die sie schließlich auch verstehen und lieben lernt. (Quelle: http://www.ullsteinbuchverlage.de)

Über die Autorin:

Corina Bomann ist in einem kleinen Dorf in Mecklenburg-Vorpommern aufgewachsen und lebt mittlerweile in Berlin. Sie hat bereits erfolgreich Jugendbücher und historische Romane geschrieben, bevor ihr mit Die Schmetterlingsinsel der absolute Durchbruch gelang. Seither gehört sie zur ersten Garde der deutschen Unterhaltungsschriftstellerinnen. (Quelle: http://www.ullsteinbuchverlage.de)

Meine Meinung:

Das Cover ist zwar etwas klischeehaft, dennoch gefällt es mir recht gut. So gaukelt das Buch nicht vor, etwas zu sein, was es nicht ist und als Leser kann man dieses Buch sofort gut einschätzen. Auch der Klappentext gibt eine gute Zusammenfassung und spricht den Leser sofort an, der bewährte Anreißer macht neugierig und animiert direkt zum „reinlesen“.

Die Themen dieses Romans sind die Liebe zwischen zwei Menschen, die Beziehung zwischen Mutter und Tochter, aber auch zwischen Vater und Sohn, sowie die Hamburger Sturmflut, die für viele Menschen auf einen Schlag alles verändert hat, so auch für Conny und Rick.

Das Buch wird größtenteils auf zwei Zeitebenen erzählt, die durch Briefe und Erinnerungen eingeleitet werden. Die Protagonisten der „Vergangenheit“ sind genauso liebenswert wie die Protagonisten der „Gegenwart“. Als Figur hat mich vor allen Dingen Richard bzw. Rick fasziniert, ihm würde ich gerne mal begegnen. Aber auch Alexa ist als Hauptprotagonistin sicherlich eine Figur mit der sich besonders die weibliche Leserschaft identifizieren kann.

Conny/Cornelia als Buchhändlerin mit eigenem Geschäft, in dem sich auch ihre Tochter Alexa immer wieder aufhält, macht es buchaffinen Menschen leicht sich in diesem Roman wohl zu fühlen.

Als Leser muss man die Ich-Erzähler-Perspektive von Alexa sicherlich mögen, so war sie aber zumindest mir sehr nah und ich konnte mich besonders gut in sie hineinversetzen und ihre Gedanken und Gefühle nachvollziehen.

Der Schreibstil ist, wie wir es von Corina Bomann kennen, sehr mitreißend und man möchte am liebsten einfach immer weiter lesen und merkt gar nicht, wie schnell die einzelnen Kapitel ins Land gehen. Die Fäden des Romans werden logisch und für den Leser zu jeder Zeit nachvollziehbar ineinandergeflochten und letztlich bleibt dem Leser nichts verborgen, er wird somit zu einem Teil der Geschichte. Weiterlesen

Tom Hillenbrand, Der Kaffeedieb

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Über das Buch:
Wir schreiben das Jahr 1683. Europa befindet sich im Griff einer neuen Droge. Ihr Name ist Kahve. Sie ist immens begehrt – und teuer, denn die Osmanen haben das Monopol da-rauf. Und sie wachen streng darüber. Aber ein junger Engländer hat einen waghalsigen Plan: Er will den Türken die Kaffeebohnen abluchsen …
Lange haben die Europäer das Heidengebräu verschmäht und lieber Bier getrunken, aber am Ende des 17. Jahrhunderts verfällt Europa dem Kaffee. Philosophen in London, Gewürzhändler in Amsterdam und Dichter in Paris: Sie alle treffen sich in Kaffeehäusern und konsumieren das Getränk der Aufklärung.
Aber Kaffee ist teuer. Und wer ihn aus dem jemenitischen Mokka herausschmuggeln will, wird mit dem Tod bestraft. Der Mann, der es trotzdem wagen will, ist der junge Obediah Chalon, Spekulant, Händler und Filou. Er hätte allen Grund sich umzubringen, nachdem er an der Londoner Börse Schiffbruch erlitten hat. Nur ein großes Geschäft, ein ganz großes, könnte ihn vor dem Ruin bewahren. Und so geht er aufs Ganze: Mit finanzieller Unterstützung der Vereinigten Ostindischen Compagnie stellt er eine Truppe internationaler Spezialisten zusammen, um den Türken den Kaffee zu klauen. Die spektakuläre Reise scheint zunächst zu gelingen, doch dann sind immer mehr Mächte hinter ihnen her …
(Quelle: http://www.kiwi-verlag.de)

Über den Autor:

Tom Hillenbrand, geboren 1972, studierte Europapolitik, volontierte an der Holtzbrinck-Journalistenschule und war Redakteur bei SPIEGEL ONLINE. Seine Sachbücher und Romane – darunter die kulinarischen Krimis mit dem Luxemburger Koch Xavier Kieffer als Ermittler – haben sich bereits Hunderttausende Male verkauft, sind in mehrere Sprachen übersetzt und standen auf der SPIEGEL-Bestseller- sowie der Zeit-Bestenliste. Für seinen Roman »Drohnenland« wurde er u.a. mit dem Friedrich-Glauser-Preis für den besten Kriminalroman des Jahres ausgezeichnet. (Quelle: http://www.kiwi-verlag.de)

Meine Meinung:
Das Cover ist eine absolute Wucht, es erinnert sofort an die alten niederländischen Meister und fängt das Flair der Zeit wunderbar ein. Der Klappentext bietet eine gute und knappe Zusammenfassung des Inhalts, sodass man als Leser Lust auf mehr bekommt. Chalon und sein Team von Dieben ist eine Truppe, die man sofort, jeder auf seine Art und Weise, ins Herz schließt. Jeder hat spezielle Fähigkeiten die für den heiklen Auftrag den sie ausführen sollen, von Nutzen sein werden.
Als Leser braucht man eine gewisse Portion Geduld und analytische Begabung, um bei der Fülle an handelnden Personen auf diesen 460 Seiten die Orientierung zu behalten. Die Verwicklungen von Adel und Handel, sowie deren agieren über die Landesgrenzen hinweg, entwickelt sich nicht nur zu einem spannenden historischen Roman, nein es wird ein Abenteuerroman daraus, sodass man das Buch innerhalb kürzester Zeit liest. Der Roman wird zeitlich stringent aus mehreren Perspektiven erzählt und durch die vielen erzählenden Personen nimmt der Roman immer mehr an Fahrt auf. Auch die Briefe, die Teile der Geschichte erzählen, tragen dazu bei, dass der Roman eine eigene Dynamik entwickelt. Insgesamt ist der Roman in sechs Teile unterteilt. Die Handlung ist komplex, aber logisch nachvollziehbar, sodass die Taten der Protagonisten stets verständlich sind. Das Spionagenetz, welches innerhalb dieses Romans thematisiert wird, ist außerordentlich beachtlich und es macht sehr viel Spaß als Leser den Spionen über die Schulter zu schauen. Weiterlesen

Natalie Meg Evans, Das Geheimnis der Hutmacherin

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Über das Buch:
1940: Cora Masson, die Tochter eines cholerischen Hutverkäufers, arbeitet schlecht bezahlt in einer Hutmacherei in London. Als sie den Kunsthändler Dietrich kennenlernt, sieht sie ihre Chance gekommen und geht mit ihm nach Paris, in die Stadt ihrer Träume. Fortan macht sie sich als Coralie de Lirac unter falscher adeliger Identität einen Namen in der Modewelt. Doch als die Nazis in Frankreich einfallen, scheint ihr Geschäft ruiniert. (Quelle: https://www.randomhouse.de)

Über die Autorin:
Natalie Meg Evans gab einst ihren Platz an der Kunstakademie auf, um einem Londoner Experimentiertheater beizutreten. Sie verbrachte dort fünf Jahre und schrieb in dieser Zeit auch eigene Theaterstücke und Sketche. Heute lebt sie gemeinsam mit ihrem Mann im ländlichen Norden von Suffolk, umgeben von ihren Hunden und Pferden. (Quelle: https://www.randomhouse.de)

Meine Meinung:
Leider konnte mich der Roman von Natalie Meg Evans nicht überzeugen, schon das Cover wirkt sehr unruhig und der Blick des Betrachters schweift unruhig umher. Für mich ist im Nachhinein das Cover so extravagant wie das Buch selber und somit passt es schon irgendwie zusammen.
Der Klappentext bietet eine kurze und knappe Zusammenfassung, reißt aber letztlich nur die eigentliche Geschichte an. Was mich an dem Buch interessierte war die Zeit, der historische Rahmen der Geschichte. Der Einmarsch der Deutschen Truppen in Paris und Frankreich nehmen automatisch einen Raum in der Geschichte ein.
Ich konnte leider zu keiner Zeit eine Beziehung zu Cora während des Romans aufbauen, sie blieb mir fern, ich hatte das Gefühl sie nicht als Figur greifen zu können. Aber auch die anderen Figuren konnten mich leider nicht überzeugen, viele blieben für mich oberflächlich und unnahbar. Ich muss nicht zwingend eine positive Bindung zu einer Romanfigur aufbauen, ich kann sie auch von Herzen ablehnen bzw. hassen, aber ein Protagonist muss Gefühle in mir auslösen und dies passierte leider bei diesem Roman nicht.
Der Roman ist insgesamt in sechs Teile gegliedert und wird größtenteils chronologisch erzählt, lediglich Rückblenden knüpfen an die Vergangenheit an. Zeit- und Ortsangaben am Anfang der Kapitel dienen der Orientierung, was gerade bei Zeitsprüngen bzw. Zeitraffungen hilfreich ist.
Der Schwerpunkt dieses Romans liegt definitiv auf der modischen Komponente. Es geht nicht nur um die verschiedenen Damenhüte, sondern auch um die Herstellung, Gestaltung und ein modisches Gesamtkonzept, welches für jede Frau individuell angefertigt werden sollte. Eine gewisse Affinität zur Mode und Hüten sollte bei den Lesern somit vorhanden sein. Weiterlesen